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Jakob Lorber – Der Saturn

DER SATURN
Darstellung dieses Planeten samt Ring und Monden und seiner Lebewesen.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der vierten Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

1. Kapitel – Eigentlicher Name des Saturn. Darstellungsplan dieser Beschreibung. Größe, Doppelring, Monde des Saturn. Herrlichkeit der göttlichen Offenbarung.

[Sa.01_001,01] Um sich von diesem Weltkörper, den ihr Saturn nennt – während sein eigentlicher Name soviel besagt wie: Erdruhe, Weltnichtstum – einen deutlichen Begriff zu machen, ist vor allem nötig, seine natürliche Sphäre, Entfernung von der Sonne, seine Größe wie auch die seiner Monde so genau wie nur immer eurer Fassungskraft möglich zu erkennen. Ist dies bekannt, so können desto leichter seine großmächtige Beschaffenheit, seine Einwohner – sowohl auf dem Planeten selbst wie auch auf den Ringen und Monden – erkannt werden und so auch seine allseitige Vegetation nach dem Verhältnis seiner höchst verschiedenen klimatischen Zustände und ebenso auch all das Getier auf diesem Planeten, seinen Ringen und Monden.
[Sa.01_001,02] Und wenn dieses alles erkannt wird, dann erst kann die Geschichte dieses Planeten, seine innere Einrichtung, seine polarischen Verhältnisse zu anderen Planeten und endlich seine geistige Sphäre durchleuchtet werden.
[Sa.01_001,03] Was die Entfernung des Saturn von der Sonne betrifft, können drei verschiedene Standpunkte angenommen werden, und das aus dem Grunde, daß, wie euch schon mehr und mehr bekannt, kein Planet um die Sonne eine völlig kreisförmige Bahn läuft, sondern eine eiförmige Bewegung macht. Wobei die Sonne gerade so gegen die Bahn eines Planeten zu stehen kommt, als wenn ihr ein Ei nehmt und stellt es auf der stumpferen Seite nach unten und mit der spitzigeren nach oben, wodurch der Eidotter sich nicht in der Mitte des ganzen Eis, sondern bei weitem mehr in der Nähe des unteren Endteiles befindet. Das Zentrum des Dotters sei die Sonne und die Linie der weißen Schale die Bahn des Planeten. – Wenn ihr nun die Entfernungen dieser Bahnlinie bis zum Sonnenzentrum im Dotter messet, so wird sich sicher folgendes ergeben: daß der unterste Teil der Bahnlinie dem Sonnenzentrum zunächst, der Bauchgürtel in einer Mittelentfernung und die obere Spitze in der größten Entfernung zu stehen kommt. – Seht, so ist es auch mit der weiten Bahnlinie unseres zu betrachtenden Planeten. Wenn er sich zuunterst befindet, so ist er in der größten Sonnennähe, da alsdann nach eurer Berechnung seine Entfernung nur 187719120 geographische Meilen beträgt. Wenn er sich im Gürtel seiner Bahn befindet, alsdann beträgt seine Entfernung 198984136 geographische Meilen. Und wenn er sich zuoberst befindet, beträgt seine Entfernung von der Sonnenmitte 210249152 geographische Meilen, welche Entfernung dann auch die größte ist.
[Sa.01_001,04] Diese Entfernungen müßt ihr aber nicht von eurer Erde aus betrachten, sondern von der Sonne aus. Denn es kann die Entfernung der Erde gegen diesen Planeten sehr verschieden sein, und zwar so, daß sich diese zwei Weltkörper oft bis auf eine Million geographische Meilen mehr nähern und ebenso auch wieder entfernen können. Denn wenn es sich trifft, daß beide Planeten von der Sonne aus auf einer und derselben Seite zu stehen kommen, und zwar beide in der Sonnennähe, dann sind sie sich bei weitem näher als in etwaiger Opposition, wo es geschehen kann, daß der Saturn in seiner größten Sonnenferne sich befindet und die Erde aber entgegengesetzt in der Sonnennähe. Dabei kann dann der Unterschied nicht nur eine Million, sondern oft zwei bis drei Millionen Meilen ausmachen. Die unbestimmt ausgedrückte Zahl der Entfernung ist hier darum gegeben, weil kein Planet immer auf ein Haar in derselben Entfernung von der Sonne kreist, sondern in einem Jahr sich oft mehr entfernt, in einem anderen sich dafür der Sonne wieder mehr nähert, von welcher größeren oder geringeren Annäherung dann auch die Temperaturverschiedenheit abhängt. Und ihr könnt sicher annehmen, daß unter siebenundsiebzig Umläufen in der Entfernung sich nicht zwei völlig gleichen.
[Sa.01_001,05] Da wir nun mit den Entfernungen fertig sind, wollen wir noch den Durchmesser dieses Planeten sowie dessen Umfang, seine Oberfläche nach Quadratmeilen und den Inhalt nach Kubikmeilen bestimmen.
[Sa.01_001,06] Was den Durchmesser betrifft, so beträgt derselbe 17263 geographische Meilen. Da die Erde nur 1719 geographische Meilen im Durchmesser hat, so könnt ihr daraus sehr leicht ersehen, um wie viel dieser Planet größer ist als die Erde. – Sein Umfang aber beträgt 54515 geographische Meilen. – Was seine Oberfläche betrifft, so beträgt diese 936530820 Quadratmeilen. – Der kubische Inhalt beträgt 2757547946775 geographische Kubikmeilen. Nach alledem ist somit dieser Planet, mit runden Zahlen ausgedrückt, fast annähernd um 1037 mal größer als die Erde. Zu seiner Umlaufzeit um die Sonne braucht er 29 Jahre, 164 bis 166 Tage, 2 Stunden und 2 Sekunden.
[Sa.01_001,07] So ist nun in Hinsicht auf den Planeten selbst alles Numerische bestimmt. Da aber dieser Planet noch einen Doppelring um sich hat, müssen wir auch diesen numerisch näher bestimmen.
[Sa.01_001,08] Der Durchmesser des ganzen Ringes beträgt 40006 geographische Meilen. – Da der Ring eigentlich aus zwei Ringen besteht, beträgt die Entfernung von der Oberfläche des inneren Ringes bis zur inneren Fläche des äußeren Ringes 545 geographische Meilen. Der Durchmesser des äußeren Ringes von außen bis nach innen beträgt 1350 geographische Meilen; und der Durchmesser des inneren Ringes, ebenso bemessen, beträgt 3850 geographische Meilen. – Da dieser Ring (sowohl der äußere als der innere) eiförmig ist, d. h. also daß so man ihn durchschneiden möchte, die durchschnittene Fläche dann einem Ei gliche – so beträgt der Durchmesser nach dem Eigürtel im Ausdruck der Dicke des Ringes, und zwar des äußeren, 130 geographische Meilen und des inneren 380 geographische Meilen. – Der innere Ring hat aber in sich noch drei Halbspalten, davon jede 20 bis 30 geographische Meilen beträgt. Diese Spalten heißen darum Halbspalten, weil sie nicht durch den ganzen zweiten Ring gehen und selben nicht so gänzlich trennen, wie der äußere von dem inneren Ring getrennt ist; sondern diese drei Halbspalten sind angefüllt mit lauter eiförmigen Kugeln, die so viel im Durchmesser halten, daß vermöge dieser dazwischen liegenden Kugeln die drei innern Ringe im Grunde nur einen Ring bilden. Aber da, wo die Spalten sind, geht ein freier Raum gleich einer nach innen eingebogenen Pyramide, sowohl von unten nach oben wie von oben nach unten, den ganzen Ring hindurch. Diese aneinandergereihten Kugeln in diesen drei Spalten haben denn auch schon manchen scharfsehenden Astronomen auf die irrige Idee gebracht, als wäre dieser Ring zusammengesetzt aus lauter sehr vielen Monden, weil er durch starke Fernrohre aussieht wie ein sogenannter Rosenkranz, der eben auch nicht aus Rosen, sondern nur aus lauter kleinen Kugeln besteht.
[Sa.01_001,09] Was die weitere Beschaffenheit des Ringes betrifft, so wird dieselbe, wie schon gesagt, erst später auseinandergesetzt werden, und somit wollen wir noch einen Blick auf die Monde dieses Planeten werfen.
[Sa.01_001,10] Um diesen Planeten kreisen noch sieben Monde von verschiedener Größe und in verschiedener Entfernung von dem Planeten. – Der erste, nächste und zugleich kleinste Mond hat nur 120 Meilen im Durchmesser und ist 29840 geographische Meilen vom Saturn entfernt (versteht sich die Entfernung nur im Mittelstand). – Der zweite Mond hat einen Durchmesser von 240 geographischen Meilen und ist 40516 Meilen vom Planeten entfernt. – Der dritte Mond hat 666 geographische Meilen im Durchmesser und ist 60500 geographische Meilen vom Planeten entfernt. Der vierte Mond hat 699 geographische Meilen im Durchmesser und ist 87920 geographische Meilen vom Planeten entfernt. – Der fünfte Mond hat 764 geographische Meilen im Durchmesser und ist 190000 Meilen vom Planeten entfernt. – Der sechste Mond hat 900 geographische Meilen im Durchmesser und ist 277880 Meilen vom Planeten entfernt. – Und der siebente Mond hat 1120 geographische Meilen im Durchmesser und ist 360920 geographische Meilen vom Planeten entfernt.
[Sa.01_001,11] Aus diesen mitgeteilten Angaben könnet ihr nun schon so ziemlich leicht schließen, daß dieser Weltkörper vermöge seiner Größe, seiner verschiedenartigen Konstruktion und auch vermöge seiner sieben Monde keine geringe Bestimmung im Schöpfungsraume hat.
[Sa.01_001,12] Denn je künstlicher irgendein Mechaniker ein Werk eingerichtet hat, desto mannigfaltiger muß ja auch der Zweck eines solchen Werkes sein. Und so wie ein Mechaniker in ein kunstreiches Werk eine um so mannigfaltigere Bestimmung zur Erreichung mehrartiger Zwecke hineingelegt hat, also werde auch Ich als der allergrößte Weltmechaniker einen solchen Weltkörper nicht ohne eine bedeutend große Bestimmung so kunstvoll in den weiten Weltraum hinausgestellt haben. Da Ich schon sogar mit Sonnenstäubchen nicht zu spielen pflege, um wie viel weniger wird erst ein solcher Weltkörper, wie dieser große Planet, von Mir nur als eitles Spielzeug erschaffen worden sein.
[Sa.01_001,13] Die Folge dieser Offenbarung über diesen Weltkörper wird euch seine Bestimmung von einer so großartigen Seite kennen lehren, daß ihr euch darüber kaum werdet zu atmen getrauen. Denn habt ihr bei der Enthüllung des Mondes schon große Augen gemacht und eine große Gemütsbewegung erlebt, wie wird es euch erst gehen, wenn ihr diesen Weltkörper an Meiner Hand ein wenig bereisen werdet!? – Ja, Ich sage euch, macht euch nur auf sehr Großes gefaßt und bereitet euer Gemüt vor! Denn ihr werdet es kaum glauben. Wo so große Dinge von Mir enthüllend geoffenbart werden, da gehören auch große Gemüter dazu, um das Große zu fassen und zu würdigen. Und wenn ihr das Ganze von diesem Weltkörper, insoweit es euch zu verstehen möglich ist, werdet empfangen haben, dann werdet ihr erst ein wenig einzusehen anfangen, was die Stelle im Evangelium besagt, die da heißt: „Keines Menschen Auge hat es gesehen, keines Menschen Ohr gehört, und noch nie ist es in eines Menschen Herz und Sinn gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben!“
[Sa.01_001,14] Was jemand von Mir empfängt, ist allzeit die höchste Gabe des Himmels, da Ich das Allerhöchste des Himmels wie aller Welten selbst bin. Und ob Ich euch den Himmel enthüllen möchte oder die Hölle, so wird euch allzeit das eine wie das andere zur höchsten Seligkeit gereichen. Denn besage Mein Wort, was es wolle, so ist es durchaus lebendig und macht den, der es empfängt und aufnimmt in aller Liebe, Dankbarkeit, Demut und lebendigem Glauben selbst ewig lebendig und somit in Mir schon hier wie vorzugsweise jenseits überaus selig.

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Haushaltung Gottes – Band 1

DIE HAUSHALTUNG GOTTES
Band 1 (HGt)
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der 5. Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Vorrede des Herrn.

[HGt.01_000,01] Der Schreiber des vorliegenden Werkes suchte ernstlich, und er fand, was er suchte. Er bat, und es ward ihm gegeben; und da er an die rechte Tür pochte, so ward sie ihm aufgetan und durch ihn auch allen jenen, die eines guten Herzens und Willens sind. Denen aber, die da nicht mit dem Herzen, sondern allezeit nur mit ihrem vermeintlich reinen Weltverstande suchen und prüfen und kritisieren und statt an den lebendigen Namen des ewigen Gebers aller guten Gaben nur an die harte und tote Schale der Materie klopfen, wird nicht gegeben und aufgetan werden. Denn der Geist des Herrn offenbart sich nie durch den Verstand der Verständigen der Welt, sondern nur in und durch die Einfalt des Herzens denjenigen, die vor der Welt der Verständigen als Toren gelten und bekannt werden; aber der Verstand der Weisen der Welt wird in kurzer Zeit dennoch zunichte vor der Einfalt der Toren.
[HGt.01_000,02] Wer das vorliegende Werk lesen wird mit einem demütigen und dankbar gläubigen Herzen, dem wird daraus allerlei Gnade und Segen zuteil werden, und er wird im Werke den rechten Autor nicht verkennen. Der puren Verstandeskaste ist’s aber ohnehin einerlei, ob sie einen Daniel, oder einen Sir Walter Scott, oder einen Rousseau, oder Hegel liest; denn der Weltverstand nimmt alles weltlich und nimmt eine höherstehende Mitteilung von oben her als ein loses Hirngespinst ungelehrter, aber von Natur phantasiereicher Menschen an, die durch ihre Mystifikationen etwas gelten und erreichen möchten, weil sie auf dem reinen Verstandeswege nichts erreichen können, da ihnen dieser notwendig mangelt!
[HGt.01_000,03] Aber das führe ja niemand irre! Wie oft sind die vier Evangelien schon verdächtigt worden; gelten sie darum in den Herzen der wahren Bekenner Gottes weniger?! Wie oft bin Ich, der Herr und Geber des Lebens und jeglicher demselben wahrhaft ersprießlichen Gabe, schon als ein purer Mensch, als ein Magnetiseur, auch als ein Betrüger und auch schon als eine rein erdichtete Person von den Weltweisen deklariert worden und werde zur Stunde von Millionen also deklariert! Aber das macht dennoch andere Millionen nicht irre. Diese als Täter und nicht als alleinige Hörer Meines Wortes sahen es in der Einfalt ihres Herzens, daß der Jesus von Nazareth mehr war, als für was Ihn die vielen Gelehrten der Welt halten oder gar nicht halten. Halte sich daher bei diesem vorliegenden Werke niemand an das Urteil der Welt, die nur das erhebt, was ihrer Art ist, sondern allein an die Stimme des Herzens der Einfältigen! Diese werden jedermann vor den Augen des guten Gebers ein richtiges Urteil abgeben. Der Verstand der Weltweisen aber wird sich daran vielfach zu stoßen die beste Gelegenheit finden. Wohl ihm, so er dabei nicht völligen Schiffbruch erleiden wird!
[HGt.01_000,04] Wer dies Werk liest und es wohl als eine geistige Eingebung betrachtet, aber im unklaren ist, ,ob es von einem Geiste niederer oder höherer Art herkomme‘, der ist noch stark blind, und die Decke des Weltverstandes verhüllt noch mächtig die Sehe seines Herzens.
[HGt.01_000,05] Wer an Mich lebendig glaubt, dem ist Meine Stärke, Güte und vollste Weisheit sicher nicht fremd, und er wird und er muß es einsehen, daß Ich wohl Kraft und Weisheit in ewiger Übergenüge besitze und da, wo Ich ein Feld bebaue, den Feind aus dem Felde sicher für ewig zu verdrängen vermögen werde; denn Ich und der Satan haben noch nie in einer Furche den Pflug geleitet! Im Verstande der eigennützigen Welt leider wohl, die, da sie selbst finster ist, überall nichts als Finsternis erschaut; aber in den Augen derjenigen, die vom Vater gelehrt und gezogen sind, erscheint alles ganz anders, denn den wahrhaft Reinen und Erleuchteten ist alles rein und wohlbeleuchtet.
[HGt.01_000,06] Denen aber, die da sagen, diesem Werke, um als ein von oben her gegebenes zu gelten, fehle die Einfalt, die Ruhe und Umsicht und die gewisse Tiefe in der ganzen Weltanschauung, sei ganz kurz bloß das gesagt: daß sie sich wohl vorher in ihrem Herzen genau prüfen möchten, ob ihnen vielleicht nicht eben das mangelt, was sie in dem Worte vermissen. Im übrigen haben sie da ein Urteil abgegeben, damit sie als europäische Gelehrte über dieses Werk doch auch etwas gesagt haben, ohne in die volle Tiefe des Werkes eingedrungen zu sein; denn dazu gehört doch offenbar mehr als ein kaum einmaliges flüchtiges Durchlesen einer Abteilung dieses Werkes.
[HGt.01_000,07] Was verstehen denn solche Leser unter der Einfalt?! Ich meine aber, eine Schrift, die trotz der ganz notwendigen, für die beschränkte menschliche Sehe mysteriösen Fülle und Tiefe dessen, was sie gibt, also verfaßt ist, daß sogar Kinder sie recht wohl verstehen können, wenn sie nur des Lesens einigermaßen kundig sind und ein wenig übers Abc und übers Einmaleins hinaus zu denken vermögen, sollte doch Rechtens keinen Mangel an der gewissen Einfalt haben. Bilder und Sprache aber bedingen ewig nie die Einfalt einer Schrift, sondern lediglich nur das leichte Verständnis eines noch so einfältigen Herzens und das Sich-leicht-Zurechtfinden in solch einer Schrift; alles andere aber – als: eine alte, unbehilfliche Sprache und mehrere Tausende von Jahren alte entsprechende Gleichnisbilder – ist ebensowenig Einfalt wie der Weltverstand der Weltweisen. Was aber da von der erforderlichen Ruhe und Umsicht und von der geforderten Tiefe in der ganzen Weltanschauung bemerkt ist, so ist alles das in dem vorliegenden Werke um so mehr vorhanden, je mehr der krittelnde Weltverstand solches zu vermissen wähnt; denn was dem Herzen die Ruhe gibt, das muß doch selbst Ruhe haben in Fülle. Dem Verstande aber kann es freilich keine Ruhe geben, weil dieser für die Ruhe nicht aufnahmefähig ist und daher in einer Schrift ebensowenig irgendeine Ruhe finden kann wie irgendein Strom, bevor er nicht des Meeres tiefste Tiefe erreicht hat. Wenn der Verstand der Weltweisen sich aber demütigen und von seiner vermeinten Höhe in das einfaltsvolle Lebenskämmerlein des Herzens hinabsteigen könnte, so würde er dann aus dieser Ruhe heraus schon auch im vorliegenden Werke die vermißte Ruhe und eine vollste Umsicht in eben dieser Ruhe finden. Aber solange der Verstand gleich einem Wetterhahn auf der Turmspitze irdischer Weisheit ohne Unterlaß von allerlei Zweifelswinden nach allen Richtungen hin und her gedreht wird, da kann er wahrscheinlich nirgends seine Ruhe finden, die er selbst nicht hat, und also auch die angewohnte Umsicht nicht, die er auf seiner windigen Höhe genießt.
[HGt.01_000,08] So aber jemand in diesem Werke die gewisse Tiefe der ganzen Weltanschauung vermißt, dem sei es vorerst gesagt, daß es dem Geber dieser Schrift auch gar nicht darum zu tun war, durch vorliegende Schrift bei denen, die sie als das, was sie eigentlich ist, in der wahren Ruhe und Einfalt ihres Herzens lesen werden, eine solche Anschauung, die leider nun schon unter den Menschen zu sehr verbreitet ist, zu entwickeln, sondern lediglich, um einen frommen und dankbaren Sinn zu erwecken, und um aus diesem heraus einen lebendigen Glauben und die rechte Liebe zu Gott und dem Nächsten zu erwecken und für dauernd zu beleben.
[HGt.01_000,09] Fürs zweite aber werden jene, die aus dem rechten Sinne heraus diese Schrift lesen, dennoch zu einer hinreichenden Tiefe der besseren Weltanschauung gelangen ohne Zutat der Gelehrten, die auf dem Wege ihrer eitlen Verstandesprüfungen wohl ewig nie in jene rechten Tiefen der totalen Welt- und Weltenanschauung gelangen werden, wie sie bloß nur im vorliegenden Werke für die rechten Leser zu erschauen ist, – anderer und späterer Werke gar nicht zu gedenken, in denen sozusagen die Sonne und mit ihr materiell und hauptsächlich geistig alle Planeten-, Sonnen- und Zentralsonnensysteme verständlich genug und ausführlich entwickelt und enthüllt werden.
[HGt.01_000,10] So aber in einem Werke vom Urbeginn aller geschaffenen Dinge an – also eine beinahe schon ewig dauernde Zeiten- und Zustandsfolge hindurch – sowohl die materielle, als ganz besonders die geistige Entwicklung derselben genügend klar dargestellt wird, und es findet jemand dennoch zu wenig Tiefe in der mangeln sollenden Weltanschauung, – wahrlich, da gibt es denn wohl auch in allen Himmeln kaum irgendeine Augensalbe mehr, mittels welcher solche Forscher um ihre sehr bedauerliche Kurzsichtigkeit kommen könnten!
[HGt.01_000,11] „Wir einfältigen und verstandesschwachen Liebhaber Gottes“, so können mit vollem Rechte die rechten Leser dieses Werkes sagen, „die wir zwar außer der Universität Gottes in unserem Herzen nie eine andere, weder zu Paris noch zu Jena und Göttingen, besucht haben, wollen aber mit aller eurer hochberühmten Weltweisheit dennoch nicht tauschen; denn unser inständiges Schauen in den Tiefen der großen Schöpfungen unseres heiligen Vaters ist uns lieber als euer tausendjähriges Forschen mit verdeckter Sehe. Wie weit eure Ferngläser und eure mathematischen Linien reichen, können wir aus eurem Kalender sehen, und eure Wege sind uns nicht fremd; aber wie weit die helle Sehe unseres in Gott ruhenden Herzens reicht, das zu bemessen dürften eure Tubusse und mathematischen Linien wohl sehr bedeutend zu kurz werden und zu wenig mathematisch sein!“
[HGt.01_000,12] Wer also dieses Werk mit wahrem Nutzen für seine Seele lesen will, der lese es in aller Einfalt seines gottergebenen Herzens und mache darüber nicht einen Zensor nach weltmenschlicher Weise, sondern stets nur einen sehr sorgsamen Hauswirt seines Herzens, so wird er in vorliegendem Werke alles in Hülle und Fülle finden, was einige wenige hochgelehrte Leser leider nicht gefunden haben.
[HGt.01_000,13] Und nun denn allen Segen und jegliche Gnade den rechten Lesern, die eines reinen Herzens und eines guten Willens sind. Amen

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Die Bücher

Chronologie der Hauptwerke
durch Jakob Lorber

Buchtitel Umfang /
Buchseiten
Entstehung Kürzel
Die Haushaltung Gottes 3 Bände / 1570 S. 1840-1844 HGt
Die große Zeit der Zeiten
(Pathiel – Die Erlösung)
160 Seiten 1841 Pa
Der Mond 24 Seiten 1841 Mo
Der Saturn 250 Seiten 1841/42 Sa
Die Fliege 88 Seiten 1842 Fl
Der Großglockner 104 Seiten 1842 Gr
Die natürliche Sonne 320 Seiten 1842 NS
Die geistige Sonne 2 Bände / 1070 S. 1842/43 GS
Schrifttexterklärungen 196 Seiten 1843 Ste
Die Jugend Jesu 552 Seiten 1843/44 JJ
Der Laodizenerbrief
des Apostels Paulus
28 Seiten 1844 Lao
Der Briefwechsel Jesu
mit König Abgarus
64 Seiten 1845/46 BJ
Die Erde 224 Seiten 1846/47 Er
Jenseits der Schwelle 128 Seiten 1847 JS
Bischof Martin 496 Seiten 1847/48 BM
Robert Blum 2 Bände / 973 S. 1848/51 RB
Die drei Tage im Tempel
(Dreitagesszene)
158 Seiten 1859/60 DTT
Das große Evangelium Johannes 10 Bde / 5323 S. 1851-1864 GEJ
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Stimmen aus kirchlichen Kreisen

Das Lorber-Schrifttum mit seinen 25 zum Teil sehr umfangreichen Bänden hat bereits eine Auflage von über einer Million Exemplaren erreicht und wird heute in viele Sprachen übersetzt. Hatte man es früher in kirchlichen Kreisen kaum beachtet oder direkt abgelehnt, so setzten sich in den letzten Jahren immer mehr Geistliche ernsthaft damit auseinander; ja, manche von ihnen zeigten sich aufs äußerste beeindruckt.

So schrieb zum Beispiel der evangelische Theologe D. Dr. Kurt Hutten: „Dieses Weltbild hat Tiefe und Kraft, umfaßt alle Ebenen des menschlichen Seins und der Geschichte, enthält großartige Vorstellungen wie die des großen Schöpfungsmenschen und hat in erstaunlicher Weise moderne Forschungsergebnisse vorweggenommen, so z.B. die in der Atomphysik erfolgte Auflösung der Materie in Energie und Bewegung. In einer Zeit, in der sich die Dimensionen des Universums durch die Astronomie ins Unermeßliche geweitet haben, unsere Erde als ein winziges, belangloses Stäubchen erkannt worden ist, das im Reigen der Sonnen und Milchstraßen verloren umhertreibt, und der Mensch sich in einer frierenden Einsamkeit und Verlorenheit vorfindet, kann das Weltbild Lorbers eine große Hilfe sein, … es gibt der Erde samt ihrer Geschichte und Heilsgeschichte ihre Würde wieder, verleiht dem Glauben eine kosmische Weite, verwebt Diesseits und Jenseits, Mikrokosmos und Makrokosmos ineinander, preist die alle Schöpfung durchwaltende Liebe Gotes und weist mit alledem den Menschen einen Weg zur Geborgenheit.“

Der katholische Theologe Robert Ernst: „… 25 Bände hat Jakob Lorber in 24 Jahren geschrieben. Ein Monumentalwerk, das über das Fassungs- und Schaffensvermögen des genialsten Philosophen, Theologen und Schriftstellers hinausgeht.“

Der evangelische Theologe Hellmut von Schweinitz: „Das Phänomen Lorber mit der Deutung der Tiefenpsychologie abzutun, ist keine überzeugende Erklärung. Denn was in seinen Schriften an die Oberfläche des Bewußtseins tritt, sind Erkenntnisse, die aus der Sphäre seines beschränkten menschlichen Wissens nicht stammen können. Zu ihrer Aneignung würde ein Menschenleben nicht ausreichen und alle schöpferische Phantasie nicht genügen … Genausowenig kann das Lebenswerk Lorbers durch philosophische oder theologische Spekulation erklärt werden. Es bleibt bei ihm wie bei allen prophetischen Phänomenen ein unerklärbarer Rest …“

Bei der Untersuchung der Frage, wie Neuoffenbarung und Altoffenbarung zusammenstimmen, stellt der evangelische Pfarrer Hermann Luger fest: „Beide stehen auf demselben göttlichen Grund. Lorbers Schriften atmen durchaus biblischen Geist. Nicht nur der Inhalt seiner beiden Hauptwerke ,Das große Evangelium Johannes‘ und ,Die Haushaltung Gottes‘ ist ein biblischer, auch seine anderen Werke sind kernbiblisch. Viele Aussprüche und Reden des Herrn im Großen Evangelium Johannes könnten geradesogut in einem der vier biblischen Evangelien stehen. Daß sich bei Lorber vieles findet, was in der Bibel, besonders in den vier Evangelien, vollständig fehlt – wie zum Beispiel die Reden des Herrn über die Himmelskörper und die Geheimnisse der Schöpfung –, braucht uns nicht wunderzunehmen und beweist nichts gegen den biblischen Charakter der Neuoffenbarung. Es ist nur verständlich, daß Jesus in den drei Jahren seiner öffentlichen Tätigkeit viel mehr geredet und getan haben muß, als in den Evangelien der Schrift erzählt wird; und wir glauben daher ein Recht zu haben, in der Neuoffenbarung geradesogut Gottes Wort zu sehen wie in der Bibel. Bibel und Neuoffenbarung sind für uns zwei gleichberechtigte Erscheinungen, die ein und demselben Urgrund entspringen und von denen die eine durch die andere erst recht an Wert und Bedeutung gewinnt.“ (Lorber-Verlag)

 

 

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10 Hauptpunkte Jakob Lorber

1. WELTGRUND

Nach Lorber gibt es keinen Stoff im Sinne des Materialismus. Alles ist Energie, nämlich Gottes- oder Geisteskraft, zergliedert in allerkleinste Urgrundteilchen (Urlebensfunken). Auch das lange Zeit als kleinste Einheit betrachtete Stoffatom ist ein aus zahllosen Grundteilchen bestehendes lebendiges Universum in kleinstem Maßstab. (Man vergleiche dazu die neuesten Erkenntnisse der Kernphysik!) Aus den Urgrundteilchen (heute Elektronen oder Quanten genannt) – die nichts anderes als selbständig gemachte Gedankenkräfte Gottes sind – ist das ganze Weltall in planmäßiger Entwicklung aufgebaut.

 

2. DAS WESEN GOTTES

Gott ist ewiger, unendlicher Geist, die Urkraft und der Urgrund alles Seins. Seine höchsten Attribute sind Liebe, Weisheit und Willensmacht. Sein Heiliger Geist erfüllt das ganze All (die „Weltseele“ der antiken Religionen). Allein, dieser unendliche Allgeist hat als Innerstes ein Machtzentrum, von dem wie aus einer Sonne Gedanken und Willenskräfte in die Schöpfung hinausströmen, um nach einem großen Lebensvollendungskreis wieder zurückzukehren. In diesem Urmachtzentrum ist Gott wesenhaft gestaltet, und zwar in der höchsten aller Lebensformen: als vollkommener Geistes-Urmensch. („Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“!) Von diesem Urmachtzentrum aus ist der Gottesgeist ewig schöpferisch tätig. Die ganze Schöpfung ist ein gewaltiger Entwicklungs- und Vervollkommnungsvorgang der göttlichen Gedanken und Ideen. Er vollzieht sich in ungeheuren, durch Ruhezeiten geschiedenen Perioden („Schöpfungstagen“, „von Ewigkeit zu Ewigkeit“).

 

3. DIE GEISTIGE URSCHÖPFUNG

Der uns sichtbaren stofflichen Schöpfung gingen geistige Urschöpfungen voraus. In diesen hat Gott aus den gleichsam aus sich hinausgestellten Urlebensfunken große Geistwesen nach seinem Urbilde geschaffen (Urerzengel), die befähigt waren, weitere Geistwesen ihresgleichen aus sich ins Dasein zu rufen. So entstanden Legionen von großen Geistwesen (Engeln), die sich durch das Ordnungsgebot der Gottes- und Bruderliebe zur gottähnlichen Lebensvollendung erziehen lassen sollten. Ein Teil dieser Urwesen unter dem Hauptgeiste Satana (Luzifer) verfiel aber kraft seines freien Willens in grenzenlose Eigenliebe und Selbstherrlichkeit. Da jedoch nach ewiger Ordnung den Gottabtrünnigen die nährenden Lebensströme aus Gott versiegen mußten, so erstarrten sie gleichsam und verdichteten sich zu hilflosen Massen. So entstanden im Schöpfungsraum durch Verdichtung geistig-ätherischer Urwesenheiten (Materialisation) die Urnebel der Materie oder des Weltstoffes.

 

4. DIE STOFFLICH-MATERIELLE SCHÖPFUNG

Sollten die gefallenen Urwesen ewig im Banne ihres Gerichtes verbleiben oder doch noch zur Vollendung in Gottes heiliger Lebensordnung rückgeführt werden? Die göttliche Liebe erbarmte sich der gefallenen Geisterwelt: Mit Hilfe der treugebliebenen Engelsgeister entwickelte der Schöpfer aus den Urnebeln des Weltenstoffs durch Gliederung und Neubelebung den – in seiner Gesamtheit den „verlorenen Sohn“ darstellenden – Bau des materiellen Universums. (Kant-Laplace’sche Weltentstehungslehre geistig begründet!) Damit leitete Gott auf all den zahllosen Weltsystemen und Weltkörpern eine Erlösung (Lösung) der in der Materie gebundenen Urwesen ein.

 

5. ZWECK DES NATURLEBENS

Auf allen Gestirnen werden durch das göttliche Walten die erstarrten Weltstoffmassen mehr und mehr gelockert. Die sich lösenden luziferischen Lebensfunken werden nach Gottes liebeweisem Heilsplan in den Reichen der Naturwelt von den Engeln, den Dienern des Schöpfers, in immer neue geistige Läuterungsschulen gebracht. Dies, indem sie – zu stets reicheren Verbänden oder „Seelen“ vereinigt – in immer höheren Lebensformen stufenweise durch das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich emporgeführt werden. (Darwins Entwicklungslehre in allumfassender geistiger Sicht!) Auf diesem geistig-leiblichen Entwicklungsweg werden die „Naturseelen“ im Bau und Gebrauch ihrer jeweiligen Lebenshüllen (alle Gebilde der drei Naturreiche) angeleitet. Sie beginnen damit, ihre widergöttliche Selbstsucht nach und nach zu überwinden und sich zur himmlischen Ordnung des Dienens in gegenseitiger Liebe zu bekehren. (Aufbau gemeinsamer Verbände, Organismen.) So predigt auch das Evangelium die „Erlösung aller Kreatur“ durch die Macht der Liebe.

 

6. DER MENSCH – ENDZIEL DIESER ENTWICKLUNG

Die auf diese Weise aus der luziferischen Materie aufgestiegene Menschenseele soll – unter dem Einfluß eines ihr eingehauchten Gottesgeist- oder Liebefunkens – sich nun im irdischen Leben bewähren. Durch freiwillige Erfüllung der Liebesgebote Gottes soll sich der Mensch immer höher bis zur wahren Gotteskindschaft entwickeln, um schließlich am Ziel der Vollendung zur wahren Freiheit und Seligkeit des ewigen Lebens einzugehen.

 

7. DIE WESENHEIT JESU CHRISTI

Als die Schöpfung so weit gereift war, um die höchste Enthüllung der göttlichen Liebe – die Gottheit als „Vater“ – zu fassen, wählte Gott unsere äußerlich so unscheinbare Erde zur größten Liebetat seiner Erbarmung aus. Hier, wo der innerste Geistkern Luzifers gebannt gehalten wird, hüllte Gott sein geistmenschliches Urmachtzentrum ins Gewand der Materie. („Und das Wort ward Fleisch.“) In Jesus Christus trat Gott selbst ins Menschenreich, um dieses und alle Geister der Unendlichkeit zu belehren. Als höchstes Zeugnis der Liebe zog Er selbst das Kleid der Materie an, um die Gefallenen aus ihrem Gericht zu erlösen und die Geläuterten wieder ins Vaterhaus zurückzuführen. (Gleichnis vom verlorenen Sohn.) Jesu Geist, das heilige Urmachtzentrum Gottes, ist der „Vater“. Jesu Seele (und Leib), d.h. sein Menschliches, ist der vom Vater geschaffene „Sohn“. Die in die Unendlichkeit ausstrahlenden Gotteskräfte, ausgehend vom Vater durch den Sohn, sind der „Heilige Geist“. Und so sind in Christus vereint Vater, Sohn und Hl.Geist (Lösung der Dreieinigkeitsfrage!). Jesus: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“, und „Ich und der Vater sind eins!“

 

8. HEILSWEG ZUR GEISTIGEN WIEDERGEBURT

Als einzigen, zu Vollendung und ewigem Leben in Gott führenden Heilsweg lehrte Jesus das Grundgesetz der ganzen Schöpfung: „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Weder äußerliche Werkgerechtigkeit (Sakramentenempfang) noch äußerliche Glaubensgerechtigkeit (Bekenntnisglaube) genügen; sie sind bestenfalls Hilfsmittel für den Heilsweg der reinen, tatkräftigen Liebe, dem Urgrund alles Seins. Ist im Menschen mit Hilfe des Gottesgeistes die reine Himmelsliebe zum unbeschränkten Herrscher geworden, dann ist der Mensch dem Gericht der Materie entronnen und hat die geistige Wiedergeburt erreicht. Mit dem ihr eingepflanzten Gottesgeist völlig verbunden, vermag die geläuterte Seele sodann zu einem wahren Gotteskind zu werden, „eins“ mit ihrem Schöpfer und himmlischen Vater und ewig teilhabend an der Fülle seiner göttlichen Lebens- und Wirkungskräfte.

 

9. DIE FORTENTWICKLUNG IM JENSEITS

Die meisten Erdenmenschen treten nach ihrem Leibestod noch unvollendet in die feinstofflichen Jenseitssphären ein. Ihnen bietet die göttliche Liebe drüben neue Schulungsstätten, um schließlich alle – wenn auch oftmals auf weit schwierigeren und peinvolleren Wegen – doch noch zur Vollendung zu führen. Denn der göttliche Plan einer allgemeinen Erlösung kennt keine ewige Verdammnis! Um das Endziel zu erreichen, gelangen die noch unreif aus dem Leben scheidenden Seelen im „Jenseits“, d. h. in der irdisch unsichtbaren geistigen Welt zunächst in eine Art Traumleben. Hier wird ihnen zu ihrer Belehrung ein von ihren Schutzmächten geleitetes innergeistiges Schauen und Erleben zuteil, das je nach ihrer guten oder bösen Gesinnung ein paradiesisch-wonnevolles oder höllisch-qualvolles Empfinden hervorruft. „Himmel und Hölle“ sind somit keine Örtlichkeiten, sondern geistige Entwicklungszustände der Seele. – Stark selbstische, erdgebundene Seelen werden auch durch Wiedereinzeugung (Reinkarnation) auf anderen stofflichen Welen oder zuweilen auch auf unserem Erdplaneten weitergeschult.

 

10. AM ZIEL DER VOLLENDUNG

Seelen, die sich auf Erden oder in der jenseitigen Welt zur reinen Gottes- und Nächstenliebe läutern ließen, gelangen zu stets neuer und beseligender Wirklichkeit. Ihre geistige Schau und Wirkungsmacht erweitert sich in den dreifach gestuften Himmeln, entsprechend der Reinheit und Stärke ihrer Liebe. Die endloser Steigerung fähige Seligkeit der Vollendeten besteht in immer tieferer Erkenntnis Gottes, immer größerer Liebe zu Ihm und all seinen Geschöpfen, sowie in stets wirkungsreicherer Mittätigkeit am hohen Werk der Schöpfung als der Offenbarung alles Seins und Lebens. –

Schon diese kurzen Andeutungen lassen erkennen, daß bei Lorber eine geistige Religion von größter Weite, Einheitlichkeit und Folgerichtigkeit vorliegt. Sie vermittelt eine erhabene Lebenslehre reinster Liebe und höchster Tatkraft, in der die Gottheit, der Vater in Jesus, den Grundstein bildet. Die ganze Fülle und Vielseitigkeit der Lehre eröffnet freilich erst das eingehende Studium der Lorberwerke. Diese bieten gerade das, worum die besten Geister unserer Generation zutiefst ringen: eine Synthese zu finden zwischen der Heilandslehre der Bibel und dem Entwicklungsgedanken der Wissenschaft. Daraus ergibt sich ein übereinstimmendes, an kein konfessionelles Bekenntnis gebundenes Christentum, das durch seinen Ethos der Liebe und die Tiefe seiner Erkenntnis alle Menschen zu einer hochgesinnten Geistes- und Lebensgemeinschaft zu einen vermag.

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Die Neuoffenbarung

Für die Christenheit, ja für die Menschheit als Ganzes, kann es kein größeres Ereignis geben, als daß die Verheißungen des Herrn im Johannes-Evangelium sich wahrmachen: „Noch vieles hätte ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen (fassen). Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommt, wird er euch in alle Wahrheit einführen. Er wird nicht aus sich selber sprechen; er wird vielmehr reden, was er hört, und wird euch verkünden, was künftig ist.“ (Joh.16,12-14)
Der Inhalt dieser Worte läßt keinen Zweifel daran, daß es sich hier um künftige Prophetien handelt. Tatsächlich hat es auch in der christlichen Ära, nicht nur im Alten Bund, eine fortlaufende Prophetie gegeben, die leider bei den institutionellen Kirchen zu wenig Beachtung fand. Mit der willkürlich gesetzten und unbegreiflichen These, daß spätestens mit dem Tode der Apostel alle Offenbarung endgültig abgeschlossen sei, gewährte man der Stimme des Heiligen Geistes nur wenig Spielraum mehr.
Nun hat aber schon der zu seiner Zeit hochgerühmte Zisterzienserabt Joachim von Fiori (gest. ca. 1205), der selbst ein großer Prophet war, in seiner Dreizeitenlehre darauf hingewiesen, daß nach der Offenbarung des Johannes zu Beginn des sogenannten Geistzeitalters (d.h. kurz vor dem Endgericht) den Menschen ein „Ewiges Evangelium“ verkündet werden wird. Der betreffende Text bei Johannes lautet: „Und ich sah einen anderen Engel fliegen durch die Himmelsmitte, der hatte ein Ewiges Evangelium zu verkünden über die Erdbewohner und über alle Nationen und Stämme und Sprachen und Völker …“. (Joh.Offb.14,6)
Wir müssen uns nun fragen: Hat es vielleicht eine solche Verkündigung nicht schon längst gegeben oder müssen wir noch darauf warten? Wir können es jedenfalls als ein heilsgeschichtliches Omen betrachten, daß auffallenderweise sogleich mit dem Beginn der Neuzeit die Prophetengabe in einem Ausmaß wuchs, daß niemand mehr, auch die Kirche nicht, daran vorbei kann.
Schon mit J. Böhme und E. Swedenborg waren Höhepunkte erreicht. Doch durch den Propheten Jakob Lorber (1800-1864) hat zweifellos der verheißene Heilige Geist sein ganzes Füllhorn ausgegossen. Besonders ist es das zehnbändige „Große Evangelium Johannes“, das anhand von detaillierten Schilderungen aller Vorgänge im Leben Jesu während seiner drei Lehr- und Wanderjahre „in alle Wahrheit einführt“. Erst recht aber wird in dieser Prophetie die folgende Verheißung Jesu wahr: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh.14,26)
Wie sehr treffen gerade diese Worte auf das „Große Evangelium Johannes“ zu! Aber auch die großen Jenseitswerke Lorbers sind eine unerschöpfliche Quelle tiefster Erkenntnisse.
Diese sogenannte Neuoffenbarung – die nirgends in Widerspruch steht zur Altoffenbarung, das heißt zu den überkommenen vier Evangelien, sondern ihren Inhalt erst voll zur Entfaltung bringt, – ist ein „Licht aus den Himmeln“, das in allen Dingen Klarheit schafft und keine Frage offen läßt. Ja sogar die alte Unstimmigkeit zwischen Wissenschaft und Glauben wird dadurch vollständig behoben, daß sie auch die naturgeistigen Vorgänge im Schöpfungsbereich, in Makrokosmos und Mikrokosmos, bis ins letzte durchleuchtet. Das physische Universum in seiner Gesamtheit ist in dieser Prophetie ebenso enthalten wie der astrale und geistige Kosmos, Diesseits und Jenseits. Wir erhalten Auskunft über die Entstehung der Welten wie über den Verlauf der Heilsgeschichte, über das Wesen Gottes und der Engel, und erst recht über den Menschen und seine ewige Bestimmung. Daß Christus als der geoffenbarte Vater und Erlöser der Welten bei alledem im Mittelpunkt steht, ist selbstverständlich.
Es ist eines der vielen Wunder, die in der Heilsgeschichte schon so oft für Überraschungen gesorgt haben, daß dieser Prozeß der „Wiederkunft Christi im Wort“ in aller Stille vor sich ging. In größter Verborgenheit geschah es, daß der „Schreibknecht Gottes“ Jakob Lorber vor bereits über hundert Jahren den Grund legen durfte für eine neue Ära der Menschheitsgeschichte. Es war Gottes Kalkül, in einer relativen Zeit der Verborgenheit alles vorzubereiten, daß das Licht plötzlich hervorbrechen konnte. Allein schon die Naturwissenschaften bestätigen heute das Weltbild der Neuoffenbarung in einer Weise, die niemand für möglich gehalten hätte.
Wie immer bei prophetischen Kundgaben bediente sich der Herr auch bei Jakob Lorber der höchsteigenen Sprache des Mediums. Es darf uns daher nicht wundernehmen, wenn altertümelnde Ausdrucksweisen in Stil und Mentalität der damaligen Zeit vorherrschend sind. Daß es in der Hauptsache eine Herzenssprache ist, mit vielen volkstümlichen Beimengungen, erleichtert das Lesen. Wahrheitsgehalt und Weisheitstiefe der göttlichen Einsprache aber werden in keiner Weise beeinträchtigt.

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Biografie Jakob Lorber

Am linken Drauufer inmitten von Weinbergen in der Ortschaft Kanischa der Pfarre Jahring (untere Steiermark, heute Slowenien), wo der Vater Michael Lorber seine Bergholdengründe bewirtschaftete, wurde Jakob Lorber am 22. Juli 1800 geboren.
Und nicht zufällig – so darf man mit Bestimmtheit annehmen – wuchs er in einem armen, jedoch für Kunst und Religion offenen Haus in dieser ländlichen Umgebung heran. Von seinem Vater hatte er eine vielseitige musikalische Begabung geerbt und erhielt er auch die erste Ausbildung im Geige-, Klavier- und Orgelspiel. Und als Jakob dann das Gymnasium in Marburg an der Drau besuchte, verdiente er sich die nötigen Mittel dazu bereits als Organist in einer der Stadtkirchen. Sein Diplom als Hauptschullehrer erwarb er 1829 in Graz, der steiermärkischen Landeshauptstadt, wo er aber keine entsprechende Anstellung fand, so daß er weiterhin intensive Musikstudien betrieb, komponierte, Gesangs- und Violin-Unterricht gab und gelegentlich auch öffentliche Konzerte.

Während dieser Jahre schlug Jakob Lorber, seiner Neigung zu geistiger Vertiefung folgend, aber auch den „Weg nach innen“ ein und las u.a. Justinus Kerner, Jung-Stilling, Swedenborg, Jakob Böhme und Johann Tennhardt. Niemals aber trennte er sich von der Bibel, die ihm bis an sein Lebensende eine Quelle der Inspiration blieb.
Als ihm, der trotz seiner vielen Fähigkeiten doch nur von der Hand in den Mund lebte, endlich eine feste Kapellmeisterstelle an der Oper in Triest angeboten wurde und er im Begriff war, sich in den Dienst der Welt zu stellen, erhielt er seine Berufung zum „Schreibknecht Gottes“:
Am frühen Morgen des 15. März 1840 – er hatte gerade sein Morgengebet verrichtet – hörte er an der Stelle seines Herzens deutlich eine Stimme, die ihm befahl: „Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!“
Er ließ seine Reisevorbereitungen im Stich, setzte sich mit Griffel und Papier zurecht und schrieb gehorsam, was ihm die geheimnisvolle Stimme nun diktierte. Es war die Einleitung zu seinem ersten Werk „Die Haushaltung Gottes“: „So spricht der Herr für jedermann, und das ist wahr und getreu und gewiß: Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen. Jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen. Und wer Mich aller Welt vorzieht, Mich liebt, wie eine Braut ihren Bräutigam, mit dem will Ich Arm in Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie ein Bruder den anderen Bruder, und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe er noch war.“
In dieser Stunde des ersten Diktats vom Herrn brach das Unerwartete und Unerhörte in Jakob Lorbers Leben vehement herein.

Während der nächsten 24 Jahre unterbrach er nur selten noch seine vom Verstand aus unbegreifliche Tätigkeit, schrieb fast täglich mehrere Stunden ununterbrochen, ohne in Büchern nachzuschlagen, und ohne die vielfachen Kenntnisse, die ihm durch das Innere Wort aus der Feder flossen. Sein Leben war einzig vom Gehorsam gegenüber dieser inneren Stimme erfüllt.
Man müßte in Superlativen sprechen, um auszudrücken, wer Jakob Lorber eigentlich war. Sieht man ihn als Literaten, dann übertrifft er alle Schriftsteller, Dichter und Denker aller Zeiten, denn wo gäbe es ein umfassenderes Wissen, eine tiefere Interpretation, eine genauere Kenntnis von geographischen, geschichtlichen, biologischen und naturwissenschaftlichen Gegebenheiten seit der Erschaffung des Kosmos als in seinen Werken, die 25 fünfhundertseitige Bände füllen, die kleineren Schriften nicht mitgerechnet. Nimmt man ihn als mediales Genie, so übertrifft er alle Eingeweihten, die wir kennen. Es gibt noch kein Wort für ihn, das ihn wirklich darstellen könnte, und wenn er sich selbst den „Schreibknecht Gottes“ nannte, so entspricht das nur seiner demütigen Selbsteinschätzung. Jakob Lorber starb am 24. August 1864; er hatte seinen Tod vorausgeschaut, seine Aufgabe war erfüllt. Auf seinem Grabstein auf dem St. Leonhard-Friedhof in Graz steht das Paulus-Wort: „Wir mögen leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“

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