Jakob Lorber die Jugend Jesu

[JJ.01_013,01] Am selben Tage aber noch kam ein alter weiser Freund aus Nazareth zu Joseph und sagte zu ihm:
[JJ.01_013,02] „Bruder! siehe, also führet der Herr Sein Volk über allerlei Wüsten und Steppen! – Die aber willig folgen, dahin Er lenket, die kommen ans rechte Ziel!
[JJ.01_013,03] Wir schmachteten in Ägypten und weinten unter Babels Ketten, und der Herr hat uns dennoch wieder frei gemacht!
[JJ.01_013,04] Nun haben die Römer ihre Adler über uns gesandt; es ist des Herrn Wille! – Daher wollen wir auch tun, was Er will; denn Er weiß es sicher, warum Er es also will!“
[JJ.01_013,05] Joseph aber verstand wohl, was der Freund zu ihm geredet hatte, und als der Freund ihn segnete und wieder verließ, da sprach der Joseph zu seinen Söhnen:
[JJ.01_013,06] „Höret mich an! Der Herr will es, daß wir alle nach Bethlehem ziehen müssen; also wollen wir uns denn auch Seinen Willen gefallen lassen und tun, was Er will.
[JJ.01_013,07] Du, Joel, sattle die Eselin für Maria und nehme den Sattel mit der Lehne; und du, Joses, aber zäume den Ochsen und spanne ihn an den Karren, in dem wir Lebensmittel mitführen wollen!
[JJ.01_013,08] Ihr drei, Samuel, Simeon und Jakob, aber bestellet den Karren mit haltbaren Früchten, Brot, Honig und Käse, und nehmet davon so viel, daß wir auf vierzehn Tage versehen sind; denn wir wissen es nicht, wann die Reihe an uns kommen wird, und wann wir frei werden, und was mit Maria geschehen kann unterwegs! Darum leget auch frische Linnen und Windeln auf den Karren!“
[JJ.01_013,09] Die Söhne aber gingen und bestellten alles, wie es ihnen der Joseph anbefohlen hatte.
[JJ.01_013,10] Als sie aber alles nach dem Willen Josephs bestellt hatten, kamen sie zurück und zeigten es dem Joseph an.
[JJ.01_013,11] Und Joseph kniete nieder mit seinem ganzen Hause, betete, und empfahl sich und all die Seinen in die Hände des Herrn.
[JJ.01_013,12] Als er aber mit solchem Gebete, Lobe und Preise zu Ende war, da vernahm er eine Stimme wie außerhalb des Hauses, welche da sprach:
[JJ.01_013,13] „Joseph, du getreuer Sohn Davids, der da war ein Mann nach dem Herzen Gottes!
[JJ.01_013,14] Als David auszog zum Kampfe mit dem Riesen, da war mit ihm die Hand des Engels, den ihm der Herr zur Seite stellte, und siehe, dein Vater ward ein mächtiger Sieger!
[JJ.01_013,15] Mit dir aber ist nun Der Selbst, der ewig war, der Himmel und Erde erschaffen hat, der zu Noahs Zeiten regnen ließ vierzig Tage und Nächte und ersaufen ließ alle Ihm widrige Kreatur,
[JJ.01_013,16] der dem Abraham gab den Isaak, der dein Volk führte aus Ägypten und mit Moses erschrecklich redete auf dem Sinai!
[JJ.01_013,17] Siehe, Der ist in deinem Hause nun leibhaftig und wird ziehen mit dir auch nach Bethlehem; daher sei ohne Furcht, denn Er wird es nicht zulassen, daß dir ein Haar gekrümmet werde!“
[JJ.01_013,18] Als aber Joseph solche Worte vernommen hatte, da ward er fröhlich, dankte dem Herrn für diese Gnade und ließ dann sogleich alles zur Reise sich bereiten.
[JJ.01_013,19] Er nahm Mariam und setzte sie so weich und bequem als nur immer möglich auf das Lasttier und nahm dann den Zügel in seine Hand und führte die Eselin.
[JJ.01_013,20] Die Söhne aber machten sich um den beladenen Karren und fuhren mit demselben nach der Eselin Getrabe.
[JJ.01_013,21] Nach einiger Zeit aber übergab Joseph den Zügel seinem ältesten Sohne; er aber ging Mariam zur Seite, da diese manchmal schwach ward und sich im Sattel nicht selbst zu halten imstande war.

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