Jakob Lorber die geistige Sonne

DIE GEISTIGE SONNE Band 1 (GS) Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Nach der 5. Auflage. Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen. Alle Rechte vorbehalten Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Ich bin das Licht der Welt; wer Mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Johannes 8,12.

1. Kapitel – Die geistige Sonne – ein Gnadenfunke aus dem Herrn.

[GS.01_001,01] Bevor wir uns in die eigentliche geistige Sonne begeben können, müssen wir zuvor wissen, wo diese ist, wie sie mit der naturmäßigen Sonne zusammenhängt und wie sie beschaffen ist. [GS.01_001,02] Um von der ganzen Sache sich einen möglichst vollkommenen Begriff machen zu können, muß zuerst bemerkt werden, daß das Geistige alles dasjenige ist, welches das Allerinnerste und zugleich wieder das Allerdurchdringendste, demnach das Alleinwirkende und Bedingende ist.

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Jakob Lorber die natürliche Sonne

DIE NATÜRLICHE SONNE
Mitteilungen über unsere Sonne und ihre natürlichen Verhältnisse.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der 6. Auflage 1980.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Die Sonne

[NS.01_000,01] Der Wesen Millionen um die Strahlenmutter kreisen / und hocherfreut in lichter Wärme Mich, den Schöpfer, preisen. / Nicht unbekannt ist auch der Vater manchen Strahlengästen, / auch nicht so manchen ausgedienten alten Weltenresten, / die da in jenen weitgedehnten Sonnenmeerestiefen / von eingesog’nem Strahlensegen wonneruhend triefen! –
[NS.01_000,02] Die Sonnenerde, nicht so hart wie viele ihrer Kinder, / ist lebend gleich des Weibes Brust und kennet ihren Gründer. / Es ist da sanft der Boden und gar weich die weiten Triften, / die höchsten Berge ohne Fels und tiefgeritzte Klüften, / und ist der Boden, wie die Berge, vollbelebt von Wesen, / die durch des Lichtes Macht der Erden Todesbande lösen! –
[NS.01_000,03] Die Strahlenwelt der Sonne kreist in Äthers leicht’sten Fluten; / wie hell und stark das Licht allda, mag niemand wohl vermuten, / und wer in diesem höchsten Strahlenglanze pflegt zu leben, / das war zu schauen keinem fleisch’gen Auge noch gegeben. – / Ja – ungeahnte Wundertiefen in dem Lichte wallen, / die nimmerdar hinaus auf klein’rer Welten Triften fallen! –
[NS.01_000,04] Wer kann mit seinem Aug‘ allhier das Licht der Sonne tragen, / und wer, woher dies mächt’ge Licht, Mir wohl recht kundig sagen? / O sieh, auf dieser lichten Sphäre ist gar hehr zu wohnen! – / Nur allerreinster Kindlein Geister pflegen hier zu thronen, – / und eine allerhöchste Mutter thront in ihrer Mitte / und lehret diese da des Vaters Lieb‘ und Weisheits Sitte! –
[NS.01_000,05] O Sonne, Sonne, Trägerin der tiefsten Wundergrößen, / die nie noch hat des größten Engels Geist erschöpft bemessen! / Da sieh hinab zur dritten Tochter, deiner kleinen Erde, / da weidet sich auf mag’ren Triften eine arme Herde; / Ich will darum aus deines Lichtes überreichen Tiefen / belassen einen Tropfen nur hinab zur Tochter triefen!
[NS.01_000,06] Und dieser Tropfen wird da wohl zu reichlich nur genügen, / daß alle Kindlein deiner Tochter in den stärksten Zügen / daran zu trinken sollen haben für all‘ Zeit der Zeiten / und sollen sich darum nicht mehr ums Lebenswasser streiten. / O sieh die Tagesmutter, wie ihr leuchtend Haupt sie neiget / und Mir dadurch gehorsamlichst die alte Treu‘ bezeiget! –
[NS.01_000,07] O freue dich, du ganze Erde, auf das Licht der Sonne! / In diesem Lichte wohnt fürwahr der Weisheit höchste Wonne! / Es freut ja schon die Kindlein, in ein kunstvoll’s Werk zu blicken; / Ich weiß, wie sehr die Räder einer Uhr sie all‘ entzücken. / Darum will Ich auch hier ein gar kunstvolles Werk euch zeigen / und will das Schönste und das Größte darum nicht verschweigen!
[NS.01_000,08] Da werd’t ihr schauen, was zuallermeist euch wird beglücken, / wie sich da eure Kindlein hehr mit Lieb‘ und Weisheit schmücken, / und wie sie sich da gegenseitig pflegen zu belehren; / auch dies sollt ihr so gut wie mit den eig’nen Ohren hören. – / Und endlich will Ich euch den hehren Trost auch nicht entziehen, / wie eure Kindlein hier um euer Heil sich stets bemühen! –
[NS.01_000,09] Doch solches wird euch erst der größ’re Sonnenfunke bringen, / mit ihm werd’t ihr erst dann in all die Wundertiefen dringen; / dies Lied ist nur ein Vorgesang zu jenen großen Gaben, / an deren Fülle ihr euch stärken werd’t und wonnigst laben! / Darum nehmt dieses Vorlied an mit wahren Liebesfreuden, / denn Ich, – der Vater, pflege euch ja solches zu bescheiden.

1. Kapitel – Die Sonne als Vollbegriff der Planetenwelten. – Allgemeines über Erdreich und Pflanzenwachstum.

(Den 8. August 1842)
[NS.01_001,01] Es wird hier nicht nötig sein, wie allenfalls bei der Darstellung eines andern Sterns, den Standort eben dieses leuchtenden Sterns näher zu bestimmen, da solches ja jeder Tag ohnedies überaugenscheinlich tut. Daher wollen wir zuerst die Frage geben und lösen: Was ist die Sonne? Nach der Löse dieser Frage wird sich alles leicht ordnen und gewiß wunderklärlich dartun lassen. Und somit stellen wir diese Frage noch einmal und fragen: Was ist die Sonne?
[NS.01_001,02] Die Sonne ist wohl in Hinsicht auf die um sie kreisenden Planeten ein Fixstern; für sich selbst aber ist sie nur ein vollkommener Planet, indem auch sie (wie die Erde mit ihrem Monde um eben diese Sonne kreist) um den euch schon bekannten Zentral-Sonnenkörper mit allen ihren sie umkreisenden Planeten sich bewegt, eine Reise, welche aber freilich etwas länger dauert, als die der Erde um die Sonne; denn sie braucht zur Vollendung dieser großen Bahn beinahe 28000 Erdjahre.
[NS.01_001,03] Somit wüßten wir, daß die Sonne nicht nur pur Sonne ist, sondern daß sie vielmehr ein vollkommener Planet ist, der da im Verhältnis zu seiner weltkörperlichen Größe auch in eben dem Verhältnis mit mehr Licht umflossen ist, als jeder ihn umkreisende, bei weitem kleinere Planet.
[NS.01_001,04] Wenn die Sonne aber selbst an und für sich ein vollkommener Planet ist, so muß sie auch ganz sicher alle jene planetarischen Bestandteile im vollkommensten Maße in sich fassen, welche auf all den andern kleineren sie umkreisenden Planeten in sehr verminderten Potenzen vorkommen. Und so muß in der Sonne in großer Vollkommenheit zu finden sein, was in viel kleinerer Form und somit auch viel unvollkommener entweder im Planeten Merkur, Venus, Erde und ihrem Monde, im Mars, in den vier kleinen Partikularplaneten Pallas, Ceres, Juno und Vesta, im Jupiter und dessen vier Monden, im Saturn, dessen Ringen und sieben Monden, im Uranus und dessen fünf Monden und in einem noch entfernteren Planeten und dessen drei Monden, und endlich in all den bei zwölftausend Millionen Kometen vorkommt, welche in weitesten Distanzen sich noch um diese Sonne bewegen.
[NS.01_001,05] Oder mit kürzeren Worten gesagt: Der vollkommene Planet Sonne ist der naturmäßig vollkommene Inbegriff aller seiner Weltkinder; oder: in diesem vollkommenen Planeten kommt alles dieses selbst in naturmäßiger Hinsicht lebendig vollkommener vor, als es da vorkommt in was immer für einem Planeten, Mond und Kometen. – So wollen wir sogleich des besseren Verständnisses wegen einige Beispiele hinzufügen.
[NS.01_001,06] Das Erdreich eures Planeten ist tot, hart, steinig und ist nicht fähig, ohne das Licht der Sonne etwas hervorzubringen. Das Erdreich der Sonne hingegen ist sanft und mild, ist nicht steinig und nicht sandig, sondern es ist so weich, wie da ist das Fleisch eines Menschen. Oder damit ihr es noch besser versteht, es ist fast allenthalben elastisch, so daß da niemand, der allenfalls am Boden hinfallen würde, sich irgend schmerzlich beschädigen möchte; denn er fiele da gerade so, als fiele er über mit Luft gefüllte Polster. Dieses Erdreich ist aber bei dieser Beschaffenheit nicht etwa also zähe wie bei euch allenfalls das sogenannte Gummi elasticum, sondern es ist ganz locker, und ist nicht nur im ganzen so elastisch, sondern in dessen kleinsten Teilen schon, welche an und für sich lauter mit dem wahrhaften Lebensäther gefüllte Hülschen sind.
[NS.01_001,07] Solches ist zwar wohl bei dem Erdreich eures Planeten auch der Fall; aber die Hülschen sind an und für sich zu spröde und geben bei einem Stoß oder Fall nicht nach, sondern pressen sich dadurch nur fester aneinander; und wenn sie viele Jahre hintereinander ungestört also neben- und übereinander geschichtet liegen, so ergreifen sie sich endlich so hartnäckig, daß sie dann zufolge ebendieser gegenseitigen Ergreifung gänzlich zu Stein werden und in diesem Zustande dann auch natürlicherweise noch einen bei weitem hartnäckigeren Widerstand leisten als zuvor, da sie noch gesondert lockerer übereinander lagen; aus welchem Grunde dann auch die Vegetation auf einem Planeten viel kümmerlicher sein muß als auf dem vollkommenen Sonnenplaneten.
[NS.01_001,08] Denn auf einem Planetenerdkörper, wie zum Beispiel eure Erde es ist, muß ein mit einem lebendigen Keime versehener gröberer Same erst im Erdreich verwesen, und muß eben durch diesen Akt die ihn umgebenden Erdhülschen zur Mitverwesung oder vielmehr zur Weichwerdung nötigen, damit dann der freigewordene, lebendige Keim alsbald aus diesen erweichten Erdhülschen seine ihm zusagende ätherische Nahrung saugen kann. Sodann aber muß er alsbald eine Menge Wurzeln zwischen die Erdhülschen hineintreiben, diese dadurch erweichen, dann durch sein Zunehmen in seinem Volumen hartnäckig zerdrücken, um dadurch die fernere nötige Nahrung zu seinem Pflanzenwachstum zu gewinnen.
[NS.01_001,09] Ist solches auch auf dem vollkommenen Sonnenplaneten nötig? – Sehet, da herrscht ein großer Unterschied. Weil das Erdreich dieses Planeten so sanft, zart und mild ist, so ergreifen sich die zu einer Pflanze gehörigen Teile ohne Samen schon unmittelbar im Erdreiche selbst und sprießen über dasselbe in den zahllosesten, verschiedenartigsten und nützlichsten Gewächsen empor, deren Schönheit, Güte und Nützlichkeit alles Erdenkliche auf allen andern Planeten ums so Vielfache übertrifft, als die Sonne mit ihrem Licht und mit ihrer Größe alle diese ihre Weltkinder überragt.
[NS.01_001,10] In der Sonne hat dann weder ein Baum, welcher Art er auch immer sein möge, noch ein Gesträuch, noch eine Pflanze Wurzeln und Samen, sondern alles wächst und entsteht nahe auf die Art, wie bei euch das ursprüngliche Steinmoos, die Schimmelpflanze und die Schwämme. Nur sind diese Gewächse nicht also vergänglich und von so kurzer Dauer, wie die früher benannten auf eurem Erdkörper; sondern wo solche Kräfte irgend etwas erwachsen lassen, da wächst es dann immerwährend fort. Und wenn solches Gewächs auch von den natürlichen Sonnenbewohnern gewisserart abgehauen wird, so wird es dadurch nicht getötet, sondern der abgehauene Baum oder die abgenommene Pflanze erneut sich bald wieder. Denn da die Wurzeln eines solchen Gewächses nicht so grobmateriell sondern nur gleich sind feurigen Äther-Adern, so ergreift sich nach der früheren Wegnahme solche vegetative Kraft wieder und wächst in neuer Pracht und Herrlichkeit empor.
[NS.01_001,11] Es dürfte sich hier mancher denken und sagen: Ja, wenn da die Gewächse auf diese Weise nicht ausrottbar sind, werden sie da nicht bald jeden Flächenraum dieses Planeten so stark in Beschlag nehmen, daß dann neben ihnen kein anderes, frei wandelndes Wesen wird bestehen können?
[NS.01_001,12] Solches aber ist allda durchaus nicht der Fall, denn die naturmäßigen Menschen dieses vollkommenen Planeten haben auch eine noch viel stärkere Willenskraft, als da ist die vegetative Triebkraft des Sonnenerdbodens. Aus diesem Grunde wächst dann auf der Sonne auch weder ein Baum, noch ein Gesträuch, noch eine Pflanze oder ein Grashalm ohne das Hinzutun des menschlichen Willens. Der menschliche Wille ist dort sonach das alleinige, unendlich viel- und verschiedenartige Samenkorn für alle Vegetation auf diesem vollkommenen Planeten. Daher wächst nur da zum Beispiel ein Baum oder eine Pflanze aus dem Erdboden der Sonne, wo ihn ein Sonnenmensch haben will, und wie gestaltet er ihn haben will. Daher auch gibt es auf diesem vollkommenen Planeten durchaus keine bleibende, gleichförmig vorkommende Art im Reiche alles Pflanzentums, sondern diese richtet sich allzeit nach dem jeweiligen Wollen eines Menschen. – Wann aber ein Mensch irgend einen Baum oder eine Pflanze durch seinen Willen aus dem Boden gerufen hat, so kann sie kein anderer vertilgen, außer nur derjenige, der sie hervorgerufen hat; oder ein anderer nur dann, wenn er von dem Zeuger willensbevollmächtigt wurde.
[NS.01_001,13] Aus eben diesem Grunde herrscht dann auch auf der Sonnenerde eine wahrhaft unendliche Mannigfaltigkeit im Reiche des Pflanzentums. Denn bei zwei nächsten Nachbarn schon finden sich nicht zwei gleichartige Pflanzen vor, sondern ein jeder entlockt auf dem Boden, den er bewohnt, auch andere Pflanzen. Und so möchte einer von euch viele tausend Jahre die weiten Flächen der Sonnenerde durchwandern, so wird er zwar wohl auf immer neue und wunderherrliche Pflanzenarten und Formen kommen; aber zwei Arten würde er auch auf dieser langen Reise nicht auffinden, die sich vollkommen gleichsehen möchten. – Sehet, aus diesem Beispiel könnt ihr euch schon einen kleinen Vorbegriff machen, warum die Sonne ein vollkommener Planet ist. Denn es kommt auf jedem Weltkörper oder kleineren Planeten Ähnliches vor, nur unvollkommen.
[NS.01_001,14] So können auch auf eurer Erde bestehende Pflanzen verändert und veredelt werden, aber auf eine viel mühsamere und bei weitem gebundenere Art. – Nur im Geiste ist ähnliche Vollkommenheit bei den Menschen auch auf den andern Planeten ersichtlich, wie zum Beispiel die Früchte der dichterischen Phantasie, sei es in der Sprache der Begriffe, welche durch Worte ausgedrückt werden, oder in der Sprache der Bildnerei, welche durch entsprechende Bilder ausgedrückt wird mit Hilfe der Farben oder anderer, für die Bildnerei tauglicher Gegenstände; ganz besonders aber durch die Sprache der Töne, worin ein solcher Tondichter die größte Mannigfaltigkeit entfalten kann, wenn er in diesem Fach vollends geweckten Geistes ist. Aber alles dessen ungeachtet ist selbst diese erscheinliche Vollkommenheit auf den Planeten nur ein mattes Abbild von allem dem, was sich da in jeder erdenklichen Hinsicht vorfindet auf dem vollkommenen Planeten der Sonne.
[NS.01_001,15] Daß die Sonne ein vollkommener Planet ist und somit alles Planetarische in sich fassen muß, läßt sich aus dem ersehen, daß alles auf den Planeten durch das ausstrahlende Licht der Sonne geformt wird. Der Unterschied zwischen dem vollkommenen und den unvollkommenen Planeten ist nur daraus ersichtbar, daß auf den letzteren alle Formen, welche dem Lichte der Sonne entstammen, notwendige und bestimmte, nicht leicht abänderliche Formen sind und sich sogar noch zählen lassen, während auf dem vollkommenen Sonnenplaneten alle Formen frei sind und kein anderes Band haben, als das Band des Willens der Menschen dort, und daher auch unzählbar und ins Unendliche verschieden sind.
[NS.01_001,16] Dann und wann geschieht es wohl auch, daß selbst auf den unvollkommenen Planeten eben durch die Einwirkung der Sonne manche ältere Wesenformen untergehen, und dafür ganz andere ins Dasein treten. Allein solches geschieht auf den Planeten nur selten, und die Veränderungs- und Übergangsperiode bedarf eines viel längeren Zeitraums, als auf dem vollkommenen Sonnenplaneten.
[NS.01_001,17] So sind auf eurem Erdkörper zwar wohl schon einige tausend Baum-, Gesträuch-, Pflanzen- und Grasarten untergegangen, davon hie und da zwischen Steinlagen noch Abdrücke vorgefunden werden. Auch mehrere Gattungen von Urriesenbäumen sind untergegangen, und ihr Holz wird nun nur noch als schwarze Steinkohle aufgefunden. Im gleichen Fall sind auch eine Menge riesiger Tiere vollkommen aus dem Dasein getreten, wie zum Beispiel das Mamelhud und eine große Menge jener großen beflügelten Amphibien, die da jetzt noch unter dem Namen ‚Echsen‘ bekannt sind.
[NS.01_001,18] So sind untergegangen sogar die riesigen Leiber mancher Menschen, die da in der Urzeit unter dem Namen Riesen bekannt waren, ingleichen auch mehrere große Vogelgattungen, wie nicht minder viele Fische, die jetzt unter all den bekannten nirgend mehr zu finden sind, außer höchst selten hie und da in den Steinen, wo sie manchmal, was die Form betrifft, als noch recht gut erhalten zum Vorschein kommen.
[NS.01_001,19] Aber, wie gesagt, alle diese Veränderungen auf einem unvollkommenen Planeten gehen fürs erste sehr langsam vor sich und weichen von den ihnen nachfolgenden Formen nicht so sehr ab wie die stets vorkommenden Veränderungen auf dem vollkommenen Sonnenplaneten.
[NS.01_001,20] Eben aus diesem Grunde kann also die Sonne ein vollkommener Planet genannt werden, weil alles, was nur immer auf all den Planeten vorhanden ist, auch auf ihrem Erdboden im vollkommensten Sinne in der größten, stets wechselnden Mannigfaltigkeit wie lebendig vorhanden ist. Aus diesem bis jetzt Gesagten muß einem jeden einzuleuchten anfangen, daß die Sonne wahrhaft ein vollkommener Planet sein muß, weil sie ein vollkommener Inbegriff alles dessen ist, was da nur immer einen Planeten selbst, von seinem Mittelpunkte angefangen, in allen seinen Teilen ausmacht, und was alles auf der Oberfläche desselben zum Vorschein kommt. Denn wäre solches nicht der Fall, wie könnten da wohl die Strahlen der Sonne Ähnliches auf den Erdkörpern hervorrufen?

2. Kapitel – Der Sonnenmensch im allgemeinen.

[NS.01_002,01] Also wüßten wir, daß die Sonne ein vollkommener Planet ist. Daher wollen wir uns auch nicht länger bei den Vergleichungen aufhalten, sondern uns sogleich, wie ihr zu sagen pflegt, mit Sack und Pack in die Sonne verfügen und sie von Pol zu Pol beschauen, jedoch nicht in der Ordnung wie bei einem unvollkommenen Planeten, sondern gerade in der umgekehrten.
[NS.01_002,02] Ihr werdet fragen: Warum denn? – Die Antwort wird Mir gar nicht schwer. Auch dürftet ihr sie sogar selbst finden, wenn euer Geist sich schon mehr seine Faulenzerei abgewöhnt hätte. – Die Ursache ist diese: Auf den unvollkommenen Planeten progeneriert alles bis zum Menschen hinauf, und der Mensch bildet da die letzte, vollkommenste Stufe der Dinge und Wesen. – Auf dem vollkommenen Sonnenplaneten aber fängt der Mensch die Reihe der Wesen an als ein Grund derselben – darum, da sie allesamt und sämtlich aus ihm hervorgehen. Und zwar nach der Ordnung seines Willens werden dann die untersten und letzten Potenzen durch die Strahlen des Sonnenlichtes transzendent in die andern Planeten, wo sie dann mit den atomistischen Tierchen und Wesen wie auch mit den alleisesten Ätherschimmelpflänzchen, die bis jetzt noch jedem Naturforscher unbekannt sind, ihren Anfang nehmen und sich sodann, wie schon bekannt, bis zum Menschen hinauf progenerieren.
[NS.01_002,03] Wenn ihr nun die Sache so recht bei Lichte betrachtet, so seid ihr in einer Hinsicht Kinder der Menschen der Sonne. Freilich, was da wieder betrifft den allein wahrhaft lebendigen Geist, der da in euch wohnet, da seid, wenn schon dem Außen nach betrachtet, ihr Kinder der Sonnenmenschen wieder umgekehrt so gut als ihre Eltern. Denn der unsterbliche Geist in euch ist Mir näher als der Geist der Sonnenmenschen, da er ein zurückkehrender ist, während der der Sonnenmenschen wie ein ausgehender ist.
[NS.01_002,04] Ihr werdet hier euch notwendig fragen müssen: Muß demnach etwa der Geist der Sonnenmenschen auch übergehen und ein Geist im Planetenmenschen werden? – Sehet, solches ist wohl ein gar großes Geheimnis und wurde bis jetzt noch von keinem Menschen geahnt. Ich will euch aber dennoch darauf führen.
[NS.01_002,05] Sehet, ihr wißt, wie zuerst alle Planeten nach der gerichteten Ordnung aus der Sonne ihren Ursprung nahmen – also wie diese selbst den ihrigen genommen hat aus den Zentralgrund- und Fundamentalsonnen. Ihr wisset aber auch durch schon so manche Mitteilungen, was da im Grunde alle Materie eines Planeten ist, nämlich nichts anderes als der sichtbare Ausdruck gefangener Urkräfte oder Geister. – Wo sind denn diese hergekommen?
[NS.01_002,06] Wenn der ganze Planet, wie er leibt und lebt, aus der Sonne hervorgegangen ist, da wird wohl etwa sein eigener Inhalt auch keinen andern Ursprung haben, da er und der Planet, auf ein Atom genommen, eines und dasselbe sind. Es handelt sich nun nur noch darum, daß ihr wisset, wie im Sonnenkörper ein Planet seinen Ursprung genommen hat, oder dann und wann noch nimmt, so wird euch ganz einleuchtend sein, was da für ein Los wartet auf so manche Geister der Sonnenmenschen.
[NS.01_002,07] Damit ihr aber solches noch vollkommener einzusehen imstande seid, so muß euch vorerst ein wenig der körperliche Bau der Sonne selbst gezeigt werden.
[NS.01_002,08] Die Sonne als planetarischer Körper ist so gebaut, daß sie in sich eigentlich aus sieben Sonnen besteht, von denen immer eine kleinere in der größeren steckt wie eine hohle Kugel in der andern. Und nur die inwendigste, als gleichsam das Herz des Sonnenplaneten, ist, wenn schon organisch, aber dennoch von der Oberfläche bis zum Mittelpunkte konkret.
[NS.01_002,09] Alle diese sieben Sonnen sind allenthalben bewohnt. Und es ist darum auch zwischen jeder Sonne ein freier Zwischenraum von ein-, zwei- bis dreitausend Meilen, aus welchem Grunde auch jede inwendigere Sonne vollkommen bewohnbar ist.
[NS.01_002,10] Ähnliche Beschaffenheit haben zwar wohl auch die unvollkommenen Planeten, aber solches natürlicherweise viel unvollkommener sowohl der Zahl wie auch der Beschaffenheit nach.
[NS.01_002,11] Da aber nun der vollkommene Sonnenplanet bei seiner außerordentlichen Räumlichkeit für eine außerordentlich große Menge von menschlichen Wesen faßbar ist, so darf euch auch gar nicht wundernehmen, wenn Ich euch sage, daß die Menschen auf der Sonne zusammengenommen ein tausendfach größeres Volumen bilden, als alle die der Planeten, Monde und Kometen, welche um die Sonne kreisen, zu einem Volumen zusammengenommen; und das zwar gerade, als wenn das räumliche Körpervolumen der einzelnen Sonnenmenschen um nichts größer wäre, als das Volumen eines Menschen auf eurem Erdkörper.
[NS.01_002,12] Nun werden wir bald dort sein, wo wir sein wollen; nur müssen wir zuerst noch wissen, woraus eigentlich die Materie des Sonnenkörpers selbst und sonach auch das gesamte Wesen ihrer Menschen besteht.
[NS.01_002,13] Die Materie des Sonnenkörpers ist eigentlich, was das Äußere betrifft, ein etwas fester gehaltenes seelisches Organ, in welchem zahllose Geister gewisserart in geringerer Haft gehalten werden. – Auf dem Sonnenkörper ist von Meiner Liebgnade aus aber auch ein zweiter, noch festerer substantieller Leib geschaffen worden, welcher zur Aufnahme dieser in der Sonnenmaterie haftenden Geister gar wohl tauglich ist. Wenn nun dieser Leib oder vielmehr ein wirklicher Sonnenmensch gezeugt wird durch den Willensakt eines Vormenschen, so wird alsobald auch ein Geist von diesem also gezeugten Menschen zur ferneren Freiheitsprobe aufgenommen. Ist die Aufnahme geschehen, welches allzeit sogleich nach der Zeugung geschieht, so ist der Sonnenmensch auch schon vollkommen lebendig da. Alsdann werden ihm Meine Willensbedingungen kundgegeben, und werden ihm seine eigenen Willensvollkommenheiten gezeigt, vermöge welcher er eine wahrhaft schöpferische Kraft besitzt und nichts braucht, als nur fest zu wollen, so gibt ihm der Boden der Sonne auch das, was er will.
[NS.01_002,14] Bei eben dieser Willensvollkommenheit aber wird dem Sonnenmenschen auch die Ordnung Meines Willens bekanntgegeben und zugleich das sanktionierte Gebot hinzu, daß er mit der schöpferischen Vollkommenheit seines Willens der ewigen Ordnung Meines Willens durchaus nicht entgegenhandeln solle. – Daß dann bei dieser sehr freien Willensanstalt auch sehr viele unordentliche Begegnungen gegen Meinen Willen gemacht werden, das kann ein jeder darum um so sicherer annehmen; denn ein jeder Wille, je freier und ungerichteter er ist, desto leichter und desto möglicher ist es ihm auch, über die gesetzlichen Schranken Meines Willens zu treten.

3. Kapitel – Die Entwicklungswege der Sonnenmenschen – entgegen oder gemäß der Gottesordnung.

[NS.01_003,01] Was geschieht denn nun aber mit denen, die da nicht beachtet haben das Gesetz der Ordnung Meines Willens? – Diese verlassen dann ihre Leiber und gehen in eine andere Sonnensphäre und zwar in die erste innere Sonne, allda sie wieder von gehörig vorbereiteten Leibern aufgenommen werden, – und zwar mit vollem Bewußtsein ihres früheren Seins, damit sie dadurch gewahr werden, daß solcher Zustand eine sicher erfolgte Strafe ist, da sie wider das lebendige Gesetz Meines Willens gehandelt haben. Übrigens aber haben sie auch hier ihre vollkommene, mächtige Willensfreiheit und können tun wie zuvor. Treten sie hier wieder aus Meiner Ordnung, so kommen sie dann wieder in eine noch innerere Sonne, und bei gleichen fortgesetzten Übertretungsfällen Meiner Ordnung bis zur innersten Sonne selbst, welche zugleich auch die materiellste und festeste ist.
[NS.01_003,02] Die sich da fügen in die Ordnung, diese steigen dann wieder auf zur höheren Vollendung. – Im Gegenteil aber werden sie da in feste Haft genommen und als ein Volumen vom Sonnenkörper hinausgestoßen in den weiten Planeten- und Kometenraum.
[NS.01_003,03] Bei dieser Gelegenheit dürft ihr nur einen Rückblick auf die ‚Fliege‘ machen. Allda werdet ihr sobald ersehen, was es mit diesen ausgestoßenen geistigen Potenzen mit der Zeit für eine Folge hat. Es ist manchmal wohl der Fall, daß diese ersten planetarischen Anlagen als noch ziemlich ungefestete geistige Potenzen, wenn sie vermöge des ihnen belassenen Bewußtseins sich zur Ordnung wenden, bei ihrer Umkehr wieder von der Sonne zur ferneren Vollendung aufgenommen werden. Im Gegenteil aber werden sie zur überlang andauernden, unordentlichen Komet-Umherirrung verwiesen, wo sie dann immer hartnäckiger gefangengenommen und endlich in die gerichtete Ordnung eines Planeten oder am Ende gar eines Mondes zu treten genötigt werden.
[NS.01_003,04] Jetzt haben wir schon genug, was zur vorbedingten Erklärung taugt, aus der da hervorgeht, wessen Geistes Kinder ihr selbst seid, und es auch sicher ersichtlich wird, wie ihr da gewisserart Kinder der Sonnenmenschen seid.
[NS.01_003,05] Aber wie ihr im umgekehrten Fall auch ihre Eltern sein könnt, wird wohl eben nicht zu schwer zu erraten sein. Ich sage euch: Ihr könnt das sein in doppelter Hinsicht. Eine Hinsicht ist diese: Wenn allenfalls eure Kinder frühzeitig sterben, so tritt hier der Fall ein, daß solche Geister, wenn sie besserer Art und in sich willensfügig sind, eher zurückkehren, – so wie ihr ehedem gehört habt, daß manche aus der Sonne ausgestoßene Geisterbündel, wenn sie willensfügig werden in der Form eines anfänglichen Kometen, wieder von der Sonne aufgenommen werden, ohne eine vollkommene planetarische, harte Prüfungsreife durchzumachen.
[NS.01_003,06] In diesem Falle seid ihr schon zum ersten Eltern solcher frühzeitig zur Sonne zurückgekehrten Kinder. Zweitens aber könnt ihr in noch viel vollkommenerem Sinne Eltern der gesamten solarischen Menschheit sein, und das zwar dann, wenn ihr mit Paulus sagen könnt: „Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!“
[NS.01_003,07] Sehet, nun wird euch dieser scheinbare Widerspruch sicher einleuchtend sein, und ihr werdet daraus auch um so vollkommener erschauen können, was das heißt: „Unser Vater, der Du in dem Himmel wohnest, Dein Name werde geheiliget, und Dein Wille geschehe!“ – Denn wo immer des Vaters Wille erfüllt wird, oder wenn nur die vorwiegende Willenerfüllungsneigung da ist, so braucht es bei einem Wesen keine grobmateriell-planetarische Vollreife, um in das Reich des wahren Lebens zurückzukehren, oder im Geiste sagen zu können: „Dein Reich komme!“
[NS.01_003,08] Wenn ihr das bisher Gesagte nur ein wenig überdenkt, so werdet ihr selbst keine Unzweckmäßigkeit mehr darin erschauen, wenn ihr eine Menge Blüten und unreif gewordener Früchte von den Bäumen fallen sehet. Wollt ihr wissen, warum und wohin, so machet nur einen Blick in die Sonne; sie wird es euch sogleich sagen, warum und wohin; nämlich: ein Planet braucht nicht allzeit materiell vollreif zu werden, um geistig wieder dahin zurückzukehren, von wannen er ausgegangen ist. – Was da ferner für Verhältnisse in unserm vollkommenen Sonnenplaneten sind, werden wir nächstens beschauen. –
[NS.01_003,09] Es ist hier eine Frage zu setzen, und diese lautet also: „Was geschieht denn aber mit denjenigen Geistern der Sonne, welche sich im Gebrauch ihres sehr vollkommen freien Willens also betragen haben, daß sie mit ihrem Willen stets im Einklange standen mit Meinem Willen? – Und gibt es viele solche vollendete Geister in der Sonne, die da nicht nötig haben, eine weitere Degradation durchzumachen, um dann wieder zur Vollendung mühsam emporzuklimmen?“
[NS.01_003,10] Diese schon in der Sonne vollendeten Geister, deren es sehr viele gibt, verbleiben nach ihrer Vollendung nicht in der Sonne, sondern steigen aufwärts zu einer höheren Zentralsonne, von der sie einstmals ausgegangen sind samt der Sonne. Allda werden sie erst in der Demut befestigt und steigen dann wieder höher bis zu einer noch tieferen Urzentralsonne, welche die frühere an Größe, Licht und Herrlichkeit ums Unaussprechliche übertrifft.
[NS.01_003,11] Wenn diese Geister aus der früheren Sonne noch so durchleuchtet und durchglüht in dieser zweiten Urzentralsonne ankommen, so kommen sie sich da aber dennoch nicht anders vor, als wären sie nahe ganz dunkel und völlig lichtlos. Daher werden sie hier wieder von Stufe zu Stufe eingeführt und von den dort waltenden Geistern wieder also durchleuchtet, daß sie dadurch fähig werden, wieder zu einer noch tieferen und nahe endlos größeren Zentralsonne aufzusteigen. Diese Sonne ist auch zugleich die letzte materielle Vorschule für den eigentlichen Himmel, welcher da ist die Urheimat aller vollkommenen Geister. Aber in dieser letzten und zugleich auch allergrößten Mittelsonne einer Hülsenglobe gibt es sehr viele Stufen, welche die Geister mit ätherischen Leibern angetan durchzumachen haben, bevor sie erst fähig werden, in die geistige Sonnenwelt, welche da heißt der Himmel, aufgenommen zu werden. Das ist sonach mit wenigen Worten angedeutet der Weg für die in der Sonne vollendeten Geister.
[NS.01_003,12] So da jemand aber fragen möchte: Warum denn ein so weitgedehnter Weg? – Da ist auch die Antwort schon so gut wie fertig; denn solche Geister haben ja eben auch degradatim diesen Weg von der letztgenannten, innersten, allergrößten Zentralsonne ausgehend gemacht und haben auf jeder solchen Sonnenstufe noch mehr Materielles in sich aufgenommen. Aus eben dem Grunde müssen sie jetzt diesen Weg wieder zurückmachen, um auf ihm von Stufe zu Stufe das letzte materielle Atom abzulegen, bis sie dann erst fähig werden, vollkommen wieder in die wahrhafte, allerreinste, himmlische Sonnenwelt für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten überzugehen.
[NS.01_003,13] Solches wüßten wir jetzt. Aber Ich sehe schon wieder eine verborgene Frage in euch, und diese lautet also: „Müssen denn auch die Geister der Planetarmenschen diesen zwar sehr lichten, aber dennoch auch sehr weiten Weg machen, bis sie in den eigentlichen Himmel gelangen?“
[NS.01_003,14] Diese Frage kann weder mit Ja noch mit Nein beantwortet werden, wenn man darüber sogleich eine allgemeine Antwort verlangen würde; sondern es kommt dabei auf drei Umstände an: Kinder und solche Menschen, welche nach dem Ableben auf der Erde noch eine weitere Reinigung nötig haben, müssen ohne weiteres diesen Weg machen; so auch zuallermeist solche große gelehrte Männer der Welt, in denen sehr viel Eigendünkels und selbstsüchtigen Stolzes stecken, müssen ebenfalls diesen Weg machen und manches Mal von dieser Erde angefangen noch viel umständlicher, indem sie noch zuvor in den verschiedenen andern Planeten eine läuternde Vorschule durchmachen müssen, bis sie erst in die Sonne gelangen.
[NS.01_003,15] Zwischen den frühzeitig verstorbenen Kindern, welche alsogleich in die Sonne aufgenommen werden, und den nachbenannten Menschen, welche erst später in die Schule der Sonne aufgenommen werden, ist aber der Unterschied, daß die in der Sonne großgezogenen Geister der Kinder alsogleich in einen oder den andern Engelsverein des eigentlichen wahren Himmels aufgenommen werden, während die auf den Planeten reif gewordenen Menschen ohne Ausnahme den ganzen vorgeschriebenen Weg durchmachen müssen.
[NS.01_003,16] Jene Menschen aber, welche besonders auf dieser Erde in die reine Liebe zu Mir übergegangen sind und aus dieser Liebe heraus alles Weltliche und Materielle abgelegt haben und nichts anderes wollten als nur allein Mich, diese haben sich dadurch den weiten Weg überaus stark abgekürzt: denn diese sind wahrhaft Meine Kinder und wahrhaft Meine Brüder und Schwestern und kommen daher nach der ihnen freudigen Ablegung dieses materiellen Leibes alsogleich vollends zu Mir – und zwar die in aller Liebe zu Mir sogleich in den obersten, allerhöchsten Himmel, allda Ich Selbst wohne wesenhaft.
[NS.01_003,17] Sehet, das ist sonach der Unterschied, der sich da ergibt mit den Geistern besonders dieses Erdplaneten nach der Ablegung des Leibes. Ähnliches, wenn schon bei weitem seltener, kann auch mit den Bewohnern des Planeten Jupiter wie auch noch etwas seltener mit den Einwohnern der Planeten Saturn, Uranus und noch des dritten, unbekannten Planeten der Fall sein. Jedoch von keinem dieser nachbenannten Planeten kommen die Geister etwa alsogleich in den obersten Himmel, sondern nur in den ersten Weisheitshimmel.
[NS.01_003,18] Jetzt sind euch auch diese Wege kundgegeben, und wir können darum, da uns solche Außenverhältnisse der Sonne bekannt sind, nun zur inneren Einrichtung der Sonne und zur Anschauung ihrer Herrlichkeiten schreiten, allda ihr Dinge schauen werdet, von denen euch noch nie etwas in irgend einen Sinn gekommen ist. – Jedoch damit die Anschauung nicht zu bald eine Unterbrechung erleide, so wollen wir dieses alles für die nächstkommenden Mitteilungen aufbewahren. Und somit gut für heute!

4. Kapitel – Lehre vom Sonnenlicht. – Der Luftkreis als Lichthülle.

[NS.01_004,01] Vorerst wollen wir bei der Anschauung der Sonne ihre Lichthülle in Augenschein nehmen, und das aus dem Grunde, weil der vollkommene Sonnenplanet mit eben dieser seiner äußeren Umfassung erst zur Sonne wird.
[NS.01_004,02] Was ist denn diese Lichthülle in naturmäßiger Hinsicht betrachtet? Diese Lichthülle ist der eigentliche, atmosphärische Luftkreis um den eigentlichen Sonnenplaneten herum und ist nur an der äußersten Oberfläche so stark glänzend; gegen den Planeten selbst aber wird er immer dunkler, so zwar, daß von dem eigentlichen Sonnenplaneten durch diesen Lichtstoffkreis ebenso ungehindert in den freien Weltenraum hinausgesehen werden kann, als von irgendeinem andern Planeten. Und eben diese Lichthülle, durch welche von keinem Planeten aus auf den eigentlichen Sonnenkörper zu schauen möglich ist, ist vom Sonnenplaneten selbst aus im höchsten Grade durchsichtig.
[NS.01_004,03] Ihr werdet hier notwendigerweise fragen: Wie ist denn solches möglich, daß man durch diese allerintensivste Lichtmasse vom eigentlichen Sonnenplaneten aus könne ungehindert in die endlos weiten Fernen hinausschauen, während es doch die allerplatteste Unmöglichkeit ist, durch eben diese Lichtmasse von außen her auf den inneren Sonnenplaneten selbst hineinzuschauen?
[NS.01_004,04] Die Ursache dieser Erscheinung ist sehr einfach und liegt euch näher, als ihr es glauben möchtet. Ein ganz einfaches, euch wohlbekanntes Naturbeispiel wird euch die Sache völlig aufklären. Setzen wir den Fall, ihr stündet vor dem Fenster irgendeines Hauses, von welchem sich gerade die dahin fallenden Sonnenstrahlen auf euer Auge zurückwerfen; was seht ihr da? – Nichts als den grellen Widerschein der Sonne aus dem Fenster, welcher euch ein unbesiegbares Hindernis ist, zu entdecken, was sich da hinter dem Fenster befindet. Wird dasselbe Hindernis auch für denjenigen, der hinter dem Fenster steht, ein Hindernis sein, zum Fenster hinauszuschauen und alles recht genau zu beobachten, was in der Nähe und in der Ferne sich außerhalb des Fensters befindet; vorausgesetzt, daß das Glas des Fensters vollkommen gereinigt ist? – O nein, nicht im geringsten! Während ihr außerhalb des Fensters stehend nichts als die weißglänzende Glasscheibe erblicken werdet, wird der innerhalb des Fensters Stehende recht bequem eure Haare zählen können.
[NS.01_004,05] Sehet, gerade also ist es auch mit der Sonne der Fall, da ihr eigentlicher Lichtglanz nichts anderes ist als zuerst eine Aufnahme aller der Strahlen von einer Milliarde Sonnen, die sich auf dieser überweitgedehnten Sonnenluft-Spiegeloberfläche nahe unendlichfältig jede für sich abspiegeln; gerade also, wie sich die Sonne selbst auf einem andern Planeten zahllosfältig abspiegelt, sowohl auf den festen Landes-Gegenständen, besonders aber auf der Oberfläche der Wasserfluten und zuallermeist auf der kontinuierlichen Luftoberfläche, welche da einen Planeten umgibt.
[NS.01_004,06] Ihr werdet hier fragen und sagen: Warum ist denn unser Planet, die Erde, wie auch manche andere Planeten, die wir sehen, nicht auch von dem starken Lichtglanze umgeben wie die Sonne, da doch jeder Planet sich, so gut wie die Sonne, in der Mitte aller dieser Milliarden Sonnen befindet? Wenn es denn also wäre, da müßte der Mond ja mit einem ebenso starken Licht leuchten wie die Sonne, da auch er die Strahlen von all denselben Milliarden Sonnen aufnehmen kann?
[NS.01_004,07] Damit ihr den Ungrund dieser Behauptung recht klar vollends einsehen möget, so will Ich euch wieder durch ein Beispiel zurechtführen. Nehmt einmal allerlei Glaskügelchen, von denen das kleinste nicht größer sein solle als ein größtes Sandkörnchen; dann wieder eins, so groß wie ein Hanfkorn; wieder eins, so groß wie eine Erbse; und wieder ein anderes, so groß wie eine Haselnuß; und wieder eins, so groß wie eine rechte Nuß; eins wie ein mäßiger Apfel; eins wieder wie eine doppelte Faust; eins in der Größe eines Menschenkopfes; und so aufwärts bis zur Kugelgröße, die da hätte eine Klafter im Durchmesser. – Alle diese Kugeln stellet auf einen Platz hin, der von der Sonne beschienen wird, und prüfet dann das zurückstrahlende Bild der Sonne auf jeder dieser verschieden großen Glaskugeln. – Auf dem kleinsten Kügelchen werdet ihr kaum eines Schimmerpünktchens gewahr werden; auf dem zweiten werdet ihr schon ein etwas mehr leuchtendes Pünktlein entdecken; auf dem dritten wird euch das Fünklein schon heftiger am Auge berühren. Das Bild der Sonne am vierten Kügelchen wird für euer Auge sogar schon einen merkbaren Durchmesser bekommen, und ihr werdet es eben nicht zu lange anschauen können. Von ferneren Kügelchen wird das Licht schon wieder greller werden und der Durchmesser des verkleinerten Sonnenbildes bei weitem merklicher. Wann ihr mit dieser Betrachtung zu der menschenkopfgroßen Kugel fortkommen werdet, da wird das Sonnenbild schon den Durchmesser einer großen Linse haben, und ihr werdet nicht mehr imstande sein, es mit freiem Auge anzusehen. Auf der letzten und größten Kugel aber wird das Bild der Sonne schon einen Durchmesser von einem Zoll bekommen, allda ihr es dann um so weniger werdet mit freiem Auge anzusehen imstande sein.
[NS.01_004,08] Nun sehet, wie es sich mit diesen Glaskügelchen verhält bezüglich der Aufnahme des Lichtes aus der Sonne, gerade also verhält es sich mit den verschiedenen Weltkörpern. Diejenigen Fixsterne oder entfernteren Sonnen, die ihr bloß als Schimmerpünktchen von eurer Erde aus erschauet, diese selben Pünktchen, besonders diejenigen darunter, welche ihr von eurer Erde aus als Fixsterne erster, zweiter und dritter Größe kennt, erscheinen den Jupiterbewohnern schon so groß, als bei euch da ist ein silbernes Zwanzigkreuzerstück und ein Zehnkreuzerstück und ein Fünfkreuzerstück. – Warum denn also?
[NS.01_004,09] Weil der Planet Jupiter schon eine um nahezu viertausendmal größere Glaskugel ist als eure Erde, und daher auch das Bild der fernen Sonnen notwendigerweise in einem größeren Maßstab aufnehmen muß als euer viel kleinerer Erdplanet; aus welchem Grunde der Jupiter trotz seiner bei weitem größeren Entfernung von der Sonne aber dennoch ein viel stärkeres Licht hat, als der bei weitem näher stehende Planet Mars, und so auch eure Erde selbst.
[NS.01_004,10] Nehmet ihr nun an, daß die Sonne über eine Million Mal größer ist als eure Erde, so leuchtet es ja von selbst ein, daß dadurch alle noch so ferne stehenden Sonnen dieses Sonnenalls auf der weiten Luftoberfläche dieser Sonne ein bedeutendes Lichtbild hervorrufen müssen, so zwar, daß da selbst die Sonnen ferne stehender Sonnengebiete, die auf eurer Erde selbst dem scharf bewaffneten Auge als ein Nebelfleck erscheinen, einen Durchmesser von ein, zwei bis drei Zoll erlangen und so stark leuchten, daß ihr ein solches Bild vermöge des starken Glanzes nicht eine Sekunde lang mit freiem Auge anzuschauen vermöchtet.
[NS.01_004,11] Nun denket euch erst die Abbilder näherstehender Sonnen, welche nicht selten einen Durchmesser von hundert bis tausend Quadratmeilen einnehmen; vervielfacht diese zahllosen Sonnenlichtbilder auf der weiten Sonnenluft-Kugeloberfläche, so werdet ihr dadurch zu einer solchen Lichtintensität gelangen, vor welcher euer ganzes Gemüt erschauern wird.
[NS.01_004,12] Sehet, das ist der eigentliche Grund des tagtäglich euren Planeten erleuchtenden Sonnenlichtes. Diese Erklärung aber wird euch das Frühere doch notwendigerweise erhellen, und ihr werdet leicht einsehen, wie die Bewohner des Sonnenplaneten durch die scheinbare Lichthülle der Sonne recht wohl (hin-)durchschauen können, während das Hineinschauen für jedes fleischliche Auge eine allerbarste Unmöglichkeit ist.
[NS.01_004,13] Solches wüßten wir demnach. Dessenungeachtet aber sehe Ich doch eine ganz versteckte Frage in euch, und diese lautet also: Diese aufgestellte Sonnenlichtglanz-Theorie scheint für sich ganz vollkommen richtig zu sein, daß nämlich dadurch die Sonnen in ihrer Gesamtheit sich also erleuchten. Aber wenn jede Sonne also leuchtet, so fragt es sich, woher denn eigentlich dann alle zusammengenommen das Licht hernehmen, – wenn jede ihr Licht nur durch die Aufnahme der Strahlen von andern Sonnen bekommt, welches mit andern Worten eben so viel sagen will als, daß keine Sonne für sich selbst ein Licht hat, sondern jede nur mit dem Widerscheine des Lichtes anderer Sonnen prangt. – Woher haben dann diese andern Sonnen ihr Licht? – Denn wenn die vorbenannte Lichttheorie vollkommen richtig ist, so ist jede Sonne an und für sich vollkommen finster. Woher dann das Gegenstrahlen?
[NS.01_004,14] Sehet, das ist eine ganz gute Frage. – Da aber die Beantwortung dieser Frage für euer Verständnis etwas umständlicher sein muß, so soll sie erst in der nächsten Mitteilung erfolgen. Und somit gut für heute!

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Jakob Lorber der Großglockner

DER GROSSGLOCKNER ( Foto auf www.eppich.de )
Ein Evangelium der Berge.
Durch das innere Wort empfangen und niedergeschrieben von Jakob Lorber.
Nach der 6. Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Einleitung – Höret, und dann schauet und erfahret!

[Gr.01_000,01] Liebe Kinder, so ihr Mir nachfolget, da folget völlig in allem Mir nach; habt nicht Lust zu wandeln in tiefen Tälern, Gräben und Schluchten, die da sind oft voll Ungeziefer, unreiner Luft und nicht selten unter den Nachbarn voll Hader, Zank, Haß und aller Dieberei und gegenseitigen Fluches, sondern gehet mit Mir gern auf Berge und Höhen! Da sollet ihr allzeit entweder eine Bergpredigt, oder eine Verklärung, oder eine Sättigung mit wenig Brot, oder eine Reinigung vom Aussatze, oder einen Sieg über die stärksten Versuchungen, eine Erweckung vom Tode und derart vieles und für euch jetzt noch Unaussprechliches erfahren; ja, nehmet sogar Kinder mit, und ihr sollet den Segen der Berge an ihnen gar deutlich erkennen!
[Gr.01_000,02] Wer da ist schwachen Leibes, der soll nicht fürchten die gesegneten Berge, denn ihre Scheitel sind umflossen vom stärkenden Hauche der Geister des Lebens. Fürwahr, auf den Bergen und Höhen, da drehen sich selige Reihen und schmücken die duftenden Scheitel mit goldenen Blumen der ewigen Liebe! O prüfet noch heut‘ die Bewohner der Berge, ob sie nicht zumeist groß beschämen die Had’rer der Täler, der Dörfer, der Märkte und Städte! Die christliche Gastfreundschaft wohnet auf Bergen nur noch ungeschändet; verträgliche Eintracht, die wohnt nicht in Städten der Tiefe, in Tälern und Gräben, – auf Bergen nur müßt ihr sie suchen, da ist sie zuhause, so unter den Pflanzen wie unter den Tieren und eben nicht selten auch unter den Menschen.
[Gr.01_000,03] O lasset zwei Feinde betreten die duftenden Scheitel der Alpen: ihr werdet erfahren und sehen die Feinde als Freunde nicht selten sich kosen. Der Wolf, dieses reißende Tier, der nach Blute nur dürstet, der suchet nicht selten, fürwahr, auf den Bergen sein heilendes Kräutlein und schonet in diesem Geschäfte der blökenden Herde der Lämmer.
[Gr.01_000,04] O schauet zurück auf die ersten Väter der Väter auf Erden: sie wohnten auf Höhen der Berge! Vom himmelanragenden Sinai gab Ich dem Moses die heiligen Tafeln, auf welchen mit goldenen Zeichen des ewigen Lebens gar freie Gesetze den Menschen der schmutzigen Tiefe gezeichnet und tief eingegraben gar waren.
[Gr.01_000,05] Ich brauch‘ euch nicht mehr’res von allen den heiligen Bergen zu sagen, auch nicht von der Schule der Seher und Künder des ewigen Wortes aus Mir; – gehet nur öfter auf Berge, und weilet recht gerne auf selben, da werdet ihr allzeit die Fülle des Segens der ewigen Liebe des heiligen Vaters erfahren! Der „Kulm“, schon einmal von Mir euch geraten, wird geben dem, welcher aus Liebe zu Mir wird besteigen des grünenden Scheitel, was einstens der Tabor dem Petrus, Jakobus und Meinem Johannes. Doch höret, Ich sage nicht „Muß“, auch nicht „Soll“; nur wer’s kann und wer’s will, folge Mir, seinem Meister und Vater, so wird er gar bald auch erfahren, warum Ich die Predigt des Himmels vom Berge zum Volke gesprochen! Die Zeit steht euch frei; doch je eher, je besser, – das merket euch, amen! Das sage Ich Vater ganz heilig voll Liebe zu euch; hört es, amen, amen, amen! 
Der Großglockner im neuen Lichte
[Gr.01_000,06] In der Reinen rein’rem Lande, / Da, wo reine Lüfte wehen, / Wo in liebetreu’m Verbande / Brüder miteinander gehen, / Da auch über Wolken ragen / Freundlich düster hehre Zeugen, / Die gar große Bürden tragen, / Opfer auch, die aufwärtssteigen!
[Gr.01_000,07] Unter diesen vielen Zeugen, / Die das kleine Ländchen zieren, / Zeigt in still-erhab’nem Schweigen / Deutlich doch der Große Wirren. / Diesen Zeugen viele kennen, / Weit und breit wird er besprochen, / Doch wie viele sein erwähnen, / Wird dahier nicht viel gerochen!
[Gr.01_000,08] Wie er da zerklüft’t, zerrissen, / Und wie hoch empor er raget, / Wie er ist an seinen Füßen, / Wieviel Schnee und Eis er traget, – / Solches wird hier nicht beraten, / Sondern was der Riese saget, / Sei ganz kurz dahier verraten. / Und so wisse, wer da fraget:
[Gr.01_000,09] Zu was nütze solche Höhen? – / Solche Höhen vielfach nützen: / Wenn erboste Geister wehen / Und im Argen sich erhitzen, / Eurer Erd‘ mit Feuer drohen, / All’s auf ihr vernichten wollen, / Ja in Grimmes Feuerlohen / Schon so manches Gras verkohlen, –
[Gr.01_000,10] Seht, da greift der hohe Wächter / Weit um sich mit tausend Armen / All die tückischen Geschlechter / Fest und kalt ohn‘ all’s Erbarmen / So „am Kragen“, wie ihr saget, / Zieht an sich sie von all’n Seiten, / Dann zu rühren kein’s sich waget, / Kein’s, sich weiter auszubreiten!
[Gr.01_000,11] Hat er sie an sich gezogen, / All die argen Ordnungsstörer, / Die die Erd‘ so oft belogen, – / Sie, der Erde Wahnsinnsmehrer, / Werden hier erst ganz ergriffen / Von des Friedens Geisterhorden / Und am Eise matt geschliffen, / Stumpf für Lust zum ferner’n Morden.
[Gr.01_000,12] Nun zu Schnee und Eis umstaltet / Liegen sie zu Trillionen / Schon als Höh’nschmuck grau veraltet / Auf den kalten Herrscherthronen. / Seht des Glockners nützes Walten / Seht, wie er der Ordnung dienet, / Daher seine rauh’n Gestalten, / Darum auch so hoch er zinnet!
[Gr.01_000,13] Doch allein dazu erschaffen / Ist er wahrlich nicht geworden, / Um gerecht allzeit zu strafen / Arger Geister friedlos‘ Horden! / Was in ihm noch alles stecket, / Was er alles noch verrichtet, / Wird in Größ’rem ausgehecket / Und des Nutzens Weis‘ gelichtet! Amen.

1. Kapitel – Der Großglockner als Gebirgs- und Landesvater.

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Jakob Lorber – Der Saturn

DER SATURN
Darstellung dieses Planeten samt Ring und Monden und seiner Lebewesen.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der vierten Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

1. Kapitel – Eigentlicher Name des Saturn. Darstellungsplan dieser Beschreibung. Größe, Doppelring, Monde des Saturn. Herrlichkeit der göttlichen Offenbarung.

[Sa.01_001,01] Um sich von diesem Weltkörper, den ihr Saturn nennt – während sein eigentlicher Name soviel besagt wie: Erdruhe, Weltnichtstum – einen deutlichen Begriff zu machen, ist vor allem nötig, seine natürliche Sphäre, Entfernung von der Sonne, seine Größe wie auch die seiner Monde so genau wie nur immer eurer Fassungskraft möglich zu erkennen. Ist dies bekannt, so können desto leichter seine großmächtige Beschaffenheit, seine Einwohner – sowohl auf dem Planeten selbst wie auch auf den Ringen und Monden – erkannt werden und so auch seine allseitige Vegetation nach dem Verhältnis seiner höchst verschiedenen klimatischen Zustände und ebenso auch all das Getier auf diesem Planeten, seinen Ringen und Monden.
[Sa.01_001,02] Und wenn dieses alles erkannt wird, dann erst kann die Geschichte dieses Planeten, seine innere Einrichtung, seine polarischen Verhältnisse zu anderen Planeten und endlich seine geistige Sphäre durchleuchtet werden.
[Sa.01_001,03] Was die Entfernung des Saturn von der Sonne betrifft, können drei verschiedene Standpunkte angenommen werden, und das aus dem Grunde, daß, wie euch schon mehr und mehr bekannt, kein Planet um die Sonne eine völlig kreisförmige Bahn läuft, sondern eine eiförmige Bewegung macht. Wobei die Sonne gerade so gegen die Bahn eines Planeten zu stehen kommt, als wenn ihr ein Ei nehmt und stellt es auf der stumpferen Seite nach unten und mit der spitzigeren nach oben, wodurch der Eidotter sich nicht in der Mitte des ganzen Eis, sondern bei weitem mehr in der Nähe des unteren Endteiles befindet. Das Zentrum des Dotters sei die Sonne und die Linie der weißen Schale die Bahn des Planeten. – Wenn ihr nun die Entfernungen dieser Bahnlinie bis zum Sonnenzentrum im Dotter messet, so wird sich sicher folgendes ergeben: daß der unterste Teil der Bahnlinie dem Sonnenzentrum zunächst, der Bauchgürtel in einer Mittelentfernung und die obere Spitze in der größten Entfernung zu stehen kommt. – Seht, so ist es auch mit der weiten Bahnlinie unseres zu betrachtenden Planeten. Wenn er sich zuunterst befindet, so ist er in der größten Sonnennähe, da alsdann nach eurer Berechnung seine Entfernung nur 187719120 geographische Meilen beträgt. Wenn er sich im Gürtel seiner Bahn befindet, alsdann beträgt seine Entfernung 198984136 geographische Meilen. Und wenn er sich zuoberst befindet, beträgt seine Entfernung von der Sonnenmitte 210249152 geographische Meilen, welche Entfernung dann auch die größte ist.
[Sa.01_001,04] Diese Entfernungen müßt ihr aber nicht von eurer Erde aus betrachten, sondern von der Sonne aus. Denn es kann die Entfernung der Erde gegen diesen Planeten sehr verschieden sein, und zwar so, daß sich diese zwei Weltkörper oft bis auf eine Million geographische Meilen mehr nähern und ebenso auch wieder entfernen können. Denn wenn es sich trifft, daß beide Planeten von der Sonne aus auf einer und derselben Seite zu stehen kommen, und zwar beide in der Sonnennähe, dann sind sie sich bei weitem näher als in etwaiger Opposition, wo es geschehen kann, daß der Saturn in seiner größten Sonnenferne sich befindet und die Erde aber entgegengesetzt in der Sonnennähe. Dabei kann dann der Unterschied nicht nur eine Million, sondern oft zwei bis drei Millionen Meilen ausmachen. Die unbestimmt ausgedrückte Zahl der Entfernung ist hier darum gegeben, weil kein Planet immer auf ein Haar in derselben Entfernung von der Sonne kreist, sondern in einem Jahr sich oft mehr entfernt, in einem anderen sich dafür der Sonne wieder mehr nähert, von welcher größeren oder geringeren Annäherung dann auch die Temperaturverschiedenheit abhängt. Und ihr könnt sicher annehmen, daß unter siebenundsiebzig Umläufen in der Entfernung sich nicht zwei völlig gleichen.
[Sa.01_001,05] Da wir nun mit den Entfernungen fertig sind, wollen wir noch den Durchmesser dieses Planeten sowie dessen Umfang, seine Oberfläche nach Quadratmeilen und den Inhalt nach Kubikmeilen bestimmen.
[Sa.01_001,06] Was den Durchmesser betrifft, so beträgt derselbe 17263 geographische Meilen. Da die Erde nur 1719 geographische Meilen im Durchmesser hat, so könnt ihr daraus sehr leicht ersehen, um wie viel dieser Planet größer ist als die Erde. – Sein Umfang aber beträgt 54515 geographische Meilen. – Was seine Oberfläche betrifft, so beträgt diese 936530820 Quadratmeilen. – Der kubische Inhalt beträgt 2757547946775 geographische Kubikmeilen. Nach alledem ist somit dieser Planet, mit runden Zahlen ausgedrückt, fast annähernd um 1037 mal größer als die Erde. Zu seiner Umlaufzeit um die Sonne braucht er 29 Jahre, 164 bis 166 Tage, 2 Stunden und 2 Sekunden.
[Sa.01_001,07] So ist nun in Hinsicht auf den Planeten selbst alles Numerische bestimmt. Da aber dieser Planet noch einen Doppelring um sich hat, müssen wir auch diesen numerisch näher bestimmen.
[Sa.01_001,08] Der Durchmesser des ganzen Ringes beträgt 40006 geographische Meilen. – Da der Ring eigentlich aus zwei Ringen besteht, beträgt die Entfernung von der Oberfläche des inneren Ringes bis zur inneren Fläche des äußeren Ringes 545 geographische Meilen. Der Durchmesser des äußeren Ringes von außen bis nach innen beträgt 1350 geographische Meilen; und der Durchmesser des inneren Ringes, ebenso bemessen, beträgt 3850 geographische Meilen. – Da dieser Ring (sowohl der äußere als der innere) eiförmig ist, d. h. also daß so man ihn durchschneiden möchte, die durchschnittene Fläche dann einem Ei gliche – so beträgt der Durchmesser nach dem Eigürtel im Ausdruck der Dicke des Ringes, und zwar des äußeren, 130 geographische Meilen und des inneren 380 geographische Meilen. – Der innere Ring hat aber in sich noch drei Halbspalten, davon jede 20 bis 30 geographische Meilen beträgt. Diese Spalten heißen darum Halbspalten, weil sie nicht durch den ganzen zweiten Ring gehen und selben nicht so gänzlich trennen, wie der äußere von dem inneren Ring getrennt ist; sondern diese drei Halbspalten sind angefüllt mit lauter eiförmigen Kugeln, die so viel im Durchmesser halten, daß vermöge dieser dazwischen liegenden Kugeln die drei innern Ringe im Grunde nur einen Ring bilden. Aber da, wo die Spalten sind, geht ein freier Raum gleich einer nach innen eingebogenen Pyramide, sowohl von unten nach oben wie von oben nach unten, den ganzen Ring hindurch. Diese aneinandergereihten Kugeln in diesen drei Spalten haben denn auch schon manchen scharfsehenden Astronomen auf die irrige Idee gebracht, als wäre dieser Ring zusammengesetzt aus lauter sehr vielen Monden, weil er durch starke Fernrohre aussieht wie ein sogenannter Rosenkranz, der eben auch nicht aus Rosen, sondern nur aus lauter kleinen Kugeln besteht.
[Sa.01_001,09] Was die weitere Beschaffenheit des Ringes betrifft, so wird dieselbe, wie schon gesagt, erst später auseinandergesetzt werden, und somit wollen wir noch einen Blick auf die Monde dieses Planeten werfen.
[Sa.01_001,10] Um diesen Planeten kreisen noch sieben Monde von verschiedener Größe und in verschiedener Entfernung von dem Planeten. – Der erste, nächste und zugleich kleinste Mond hat nur 120 Meilen im Durchmesser und ist 29840 geographische Meilen vom Saturn entfernt (versteht sich die Entfernung nur im Mittelstand). – Der zweite Mond hat einen Durchmesser von 240 geographischen Meilen und ist 40516 Meilen vom Planeten entfernt. – Der dritte Mond hat 666 geographische Meilen im Durchmesser und ist 60500 geographische Meilen vom Planeten entfernt. Der vierte Mond hat 699 geographische Meilen im Durchmesser und ist 87920 geographische Meilen vom Planeten entfernt. – Der fünfte Mond hat 764 geographische Meilen im Durchmesser und ist 190000 Meilen vom Planeten entfernt. – Der sechste Mond hat 900 geographische Meilen im Durchmesser und ist 277880 Meilen vom Planeten entfernt. – Und der siebente Mond hat 1120 geographische Meilen im Durchmesser und ist 360920 geographische Meilen vom Planeten entfernt.
[Sa.01_001,11] Aus diesen mitgeteilten Angaben könnet ihr nun schon so ziemlich leicht schließen, daß dieser Weltkörper vermöge seiner Größe, seiner verschiedenartigen Konstruktion und auch vermöge seiner sieben Monde keine geringe Bestimmung im Schöpfungsraume hat.
[Sa.01_001,12] Denn je künstlicher irgendein Mechaniker ein Werk eingerichtet hat, desto mannigfaltiger muß ja auch der Zweck eines solchen Werkes sein. Und so wie ein Mechaniker in ein kunstreiches Werk eine um so mannigfaltigere Bestimmung zur Erreichung mehrartiger Zwecke hineingelegt hat, also werde auch Ich als der allergrößte Weltmechaniker einen solchen Weltkörper nicht ohne eine bedeutend große Bestimmung so kunstvoll in den weiten Weltraum hinausgestellt haben. Da Ich schon sogar mit Sonnenstäubchen nicht zu spielen pflege, um wie viel weniger wird erst ein solcher Weltkörper, wie dieser große Planet, von Mir nur als eitles Spielzeug erschaffen worden sein.
[Sa.01_001,13] Die Folge dieser Offenbarung über diesen Weltkörper wird euch seine Bestimmung von einer so großartigen Seite kennen lehren, daß ihr euch darüber kaum werdet zu atmen getrauen. Denn habt ihr bei der Enthüllung des Mondes schon große Augen gemacht und eine große Gemütsbewegung erlebt, wie wird es euch erst gehen, wenn ihr diesen Weltkörper an Meiner Hand ein wenig bereisen werdet!? – Ja, Ich sage euch, macht euch nur auf sehr Großes gefaßt und bereitet euer Gemüt vor! Denn ihr werdet es kaum glauben. Wo so große Dinge von Mir enthüllend geoffenbart werden, da gehören auch große Gemüter dazu, um das Große zu fassen und zu würdigen. Und wenn ihr das Ganze von diesem Weltkörper, insoweit es euch zu verstehen möglich ist, werdet empfangen haben, dann werdet ihr erst ein wenig einzusehen anfangen, was die Stelle im Evangelium besagt, die da heißt: „Keines Menschen Auge hat es gesehen, keines Menschen Ohr gehört, und noch nie ist es in eines Menschen Herz und Sinn gekommen, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben!“
[Sa.01_001,14] Was jemand von Mir empfängt, ist allzeit die höchste Gabe des Himmels, da Ich das Allerhöchste des Himmels wie aller Welten selbst bin. Und ob Ich euch den Himmel enthüllen möchte oder die Hölle, so wird euch allzeit das eine wie das andere zur höchsten Seligkeit gereichen. Denn besage Mein Wort, was es wolle, so ist es durchaus lebendig und macht den, der es empfängt und aufnimmt in aller Liebe, Dankbarkeit, Demut und lebendigem Glauben selbst ewig lebendig und somit in Mir schon hier wie vorzugsweise jenseits überaus selig.

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Haushaltung Gottes – Band 1

DIE HAUSHALTUNG GOTTES
Band 1 (HGt)
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der 5. Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Vorrede des Herrn.

[HGt.01_000,01] Der Schreiber des vorliegenden Werkes suchte ernstlich, und er fand, was er suchte. Er bat, und es ward ihm gegeben; und da er an die rechte Tür pochte, so ward sie ihm aufgetan und durch ihn auch allen jenen, die eines guten Herzens und Willens sind. Denen aber, die da nicht mit dem Herzen, sondern allezeit nur mit ihrem vermeintlich reinen Weltverstande suchen und prüfen und kritisieren und statt an den lebendigen Namen des ewigen Gebers aller guten Gaben nur an die harte und tote Schale der Materie klopfen, wird nicht gegeben und aufgetan werden. Denn der Geist des Herrn offenbart sich nie durch den Verstand der Verständigen der Welt, sondern nur in und durch die Einfalt des Herzens denjenigen, die vor der Welt der Verständigen als Toren gelten und bekannt werden; aber der Verstand der Weisen der Welt wird in kurzer Zeit dennoch zunichte vor der Einfalt der Toren.
[HGt.01_000,02] Wer das vorliegende Werk lesen wird mit einem demütigen und dankbar gläubigen Herzen, dem wird daraus allerlei Gnade und Segen zuteil werden, und er wird im Werke den rechten Autor nicht verkennen. Der puren Verstandeskaste ist’s aber ohnehin einerlei, ob sie einen Daniel, oder einen Sir Walter Scott, oder einen Rousseau, oder Hegel liest; denn der Weltverstand nimmt alles weltlich und nimmt eine höherstehende Mitteilung von oben her als ein loses Hirngespinst ungelehrter, aber von Natur phantasiereicher Menschen an, die durch ihre Mystifikationen etwas gelten und erreichen möchten, weil sie auf dem reinen Verstandeswege nichts erreichen können, da ihnen dieser notwendig mangelt!
[HGt.01_000,03] Aber das führe ja niemand irre! Wie oft sind die vier Evangelien schon verdächtigt worden; gelten sie darum in den Herzen der wahren Bekenner Gottes weniger?! Wie oft bin Ich, der Herr und Geber des Lebens und jeglicher demselben wahrhaft ersprießlichen Gabe, schon als ein purer Mensch, als ein Magnetiseur, auch als ein Betrüger und auch schon als eine rein erdichtete Person von den Weltweisen deklariert worden und werde zur Stunde von Millionen also deklariert! Aber das macht dennoch andere Millionen nicht irre. Diese als Täter und nicht als alleinige Hörer Meines Wortes sahen es in der Einfalt ihres Herzens, daß der Jesus von Nazareth mehr war, als für was Ihn die vielen Gelehrten der Welt halten oder gar nicht halten. Halte sich daher bei diesem vorliegenden Werke niemand an das Urteil der Welt, die nur das erhebt, was ihrer Art ist, sondern allein an die Stimme des Herzens der Einfältigen! Diese werden jedermann vor den Augen des guten Gebers ein richtiges Urteil abgeben. Der Verstand der Weltweisen aber wird sich daran vielfach zu stoßen die beste Gelegenheit finden. Wohl ihm, so er dabei nicht völligen Schiffbruch erleiden wird!
[HGt.01_000,04] Wer dies Werk liest und es wohl als eine geistige Eingebung betrachtet, aber im unklaren ist, ,ob es von einem Geiste niederer oder höherer Art herkomme‘, der ist noch stark blind, und die Decke des Weltverstandes verhüllt noch mächtig die Sehe seines Herzens.
[HGt.01_000,05] Wer an Mich lebendig glaubt, dem ist Meine Stärke, Güte und vollste Weisheit sicher nicht fremd, und er wird und er muß es einsehen, daß Ich wohl Kraft und Weisheit in ewiger Übergenüge besitze und da, wo Ich ein Feld bebaue, den Feind aus dem Felde sicher für ewig zu verdrängen vermögen werde; denn Ich und der Satan haben noch nie in einer Furche den Pflug geleitet! Im Verstande der eigennützigen Welt leider wohl, die, da sie selbst finster ist, überall nichts als Finsternis erschaut; aber in den Augen derjenigen, die vom Vater gelehrt und gezogen sind, erscheint alles ganz anders, denn den wahrhaft Reinen und Erleuchteten ist alles rein und wohlbeleuchtet.
[HGt.01_000,06] Denen aber, die da sagen, diesem Werke, um als ein von oben her gegebenes zu gelten, fehle die Einfalt, die Ruhe und Umsicht und die gewisse Tiefe in der ganzen Weltanschauung, sei ganz kurz bloß das gesagt: daß sie sich wohl vorher in ihrem Herzen genau prüfen möchten, ob ihnen vielleicht nicht eben das mangelt, was sie in dem Worte vermissen. Im übrigen haben sie da ein Urteil abgegeben, damit sie als europäische Gelehrte über dieses Werk doch auch etwas gesagt haben, ohne in die volle Tiefe des Werkes eingedrungen zu sein; denn dazu gehört doch offenbar mehr als ein kaum einmaliges flüchtiges Durchlesen einer Abteilung dieses Werkes.
[HGt.01_000,07] Was verstehen denn solche Leser unter der Einfalt?! Ich meine aber, eine Schrift, die trotz der ganz notwendigen, für die beschränkte menschliche Sehe mysteriösen Fülle und Tiefe dessen, was sie gibt, also verfaßt ist, daß sogar Kinder sie recht wohl verstehen können, wenn sie nur des Lesens einigermaßen kundig sind und ein wenig übers Abc und übers Einmaleins hinaus zu denken vermögen, sollte doch Rechtens keinen Mangel an der gewissen Einfalt haben. Bilder und Sprache aber bedingen ewig nie die Einfalt einer Schrift, sondern lediglich nur das leichte Verständnis eines noch so einfältigen Herzens und das Sich-leicht-Zurechtfinden in solch einer Schrift; alles andere aber – als: eine alte, unbehilfliche Sprache und mehrere Tausende von Jahren alte entsprechende Gleichnisbilder – ist ebensowenig Einfalt wie der Weltverstand der Weltweisen. Was aber da von der erforderlichen Ruhe und Umsicht und von der geforderten Tiefe in der ganzen Weltanschauung bemerkt ist, so ist alles das in dem vorliegenden Werke um so mehr vorhanden, je mehr der krittelnde Weltverstand solches zu vermissen wähnt; denn was dem Herzen die Ruhe gibt, das muß doch selbst Ruhe haben in Fülle. Dem Verstande aber kann es freilich keine Ruhe geben, weil dieser für die Ruhe nicht aufnahmefähig ist und daher in einer Schrift ebensowenig irgendeine Ruhe finden kann wie irgendein Strom, bevor er nicht des Meeres tiefste Tiefe erreicht hat. Wenn der Verstand der Weltweisen sich aber demütigen und von seiner vermeinten Höhe in das einfaltsvolle Lebenskämmerlein des Herzens hinabsteigen könnte, so würde er dann aus dieser Ruhe heraus schon auch im vorliegenden Werke die vermißte Ruhe und eine vollste Umsicht in eben dieser Ruhe finden. Aber solange der Verstand gleich einem Wetterhahn auf der Turmspitze irdischer Weisheit ohne Unterlaß von allerlei Zweifelswinden nach allen Richtungen hin und her gedreht wird, da kann er wahrscheinlich nirgends seine Ruhe finden, die er selbst nicht hat, und also auch die angewohnte Umsicht nicht, die er auf seiner windigen Höhe genießt.
[HGt.01_000,08] So aber jemand in diesem Werke die gewisse Tiefe der ganzen Weltanschauung vermißt, dem sei es vorerst gesagt, daß es dem Geber dieser Schrift auch gar nicht darum zu tun war, durch vorliegende Schrift bei denen, die sie als das, was sie eigentlich ist, in der wahren Ruhe und Einfalt ihres Herzens lesen werden, eine solche Anschauung, die leider nun schon unter den Menschen zu sehr verbreitet ist, zu entwickeln, sondern lediglich, um einen frommen und dankbaren Sinn zu erwecken, und um aus diesem heraus einen lebendigen Glauben und die rechte Liebe zu Gott und dem Nächsten zu erwecken und für dauernd zu beleben.
[HGt.01_000,09] Fürs zweite aber werden jene, die aus dem rechten Sinne heraus diese Schrift lesen, dennoch zu einer hinreichenden Tiefe der besseren Weltanschauung gelangen ohne Zutat der Gelehrten, die auf dem Wege ihrer eitlen Verstandesprüfungen wohl ewig nie in jene rechten Tiefen der totalen Welt- und Weltenanschauung gelangen werden, wie sie bloß nur im vorliegenden Werke für die rechten Leser zu erschauen ist, – anderer und späterer Werke gar nicht zu gedenken, in denen sozusagen die Sonne und mit ihr materiell und hauptsächlich geistig alle Planeten-, Sonnen- und Zentralsonnensysteme verständlich genug und ausführlich entwickelt und enthüllt werden.
[HGt.01_000,10] So aber in einem Werke vom Urbeginn aller geschaffenen Dinge an – also eine beinahe schon ewig dauernde Zeiten- und Zustandsfolge hindurch – sowohl die materielle, als ganz besonders die geistige Entwicklung derselben genügend klar dargestellt wird, und es findet jemand dennoch zu wenig Tiefe in der mangeln sollenden Weltanschauung, – wahrlich, da gibt es denn wohl auch in allen Himmeln kaum irgendeine Augensalbe mehr, mittels welcher solche Forscher um ihre sehr bedauerliche Kurzsichtigkeit kommen könnten!
[HGt.01_000,11] „Wir einfältigen und verstandesschwachen Liebhaber Gottes“, so können mit vollem Rechte die rechten Leser dieses Werkes sagen, „die wir zwar außer der Universität Gottes in unserem Herzen nie eine andere, weder zu Paris noch zu Jena und Göttingen, besucht haben, wollen aber mit aller eurer hochberühmten Weltweisheit dennoch nicht tauschen; denn unser inständiges Schauen in den Tiefen der großen Schöpfungen unseres heiligen Vaters ist uns lieber als euer tausendjähriges Forschen mit verdeckter Sehe. Wie weit eure Ferngläser und eure mathematischen Linien reichen, können wir aus eurem Kalender sehen, und eure Wege sind uns nicht fremd; aber wie weit die helle Sehe unseres in Gott ruhenden Herzens reicht, das zu bemessen dürften eure Tubusse und mathematischen Linien wohl sehr bedeutend zu kurz werden und zu wenig mathematisch sein!“
[HGt.01_000,12] Wer also dieses Werk mit wahrem Nutzen für seine Seele lesen will, der lese es in aller Einfalt seines gottergebenen Herzens und mache darüber nicht einen Zensor nach weltmenschlicher Weise, sondern stets nur einen sehr sorgsamen Hauswirt seines Herzens, so wird er in vorliegendem Werke alles in Hülle und Fülle finden, was einige wenige hochgelehrte Leser leider nicht gefunden haben.
[HGt.01_000,13] Und nun denn allen Segen und jegliche Gnade den rechten Lesern, die eines reinen Herzens und eines guten Willens sind. Amen

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Der Lorber Verlag

Beschreibung des Verlages:

http://www.lorber-verlag.de/01begruessung/05verlag.htm

Homepage des Verlages

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Die Bücher

Chronologie der Hauptwerke
durch Jakob Lorber

Buchtitel Umfang /
Buchseiten
Entstehung Kürzel
Die Haushaltung Gottes 3 Bände / 1570 S. 1840-1844 HGt
Die große Zeit der Zeiten
(Pathiel – Die Erlösung)
160 Seiten 1841 Pa
Der Mond 24 Seiten 1841 Mo
Der Saturn 250 Seiten 1841/42 Sa
Die Fliege 88 Seiten 1842 Fl
Der Großglockner 104 Seiten 1842 Gr
Die natürliche Sonne 320 Seiten 1842 NS
Die geistige Sonne 2 Bände / 1070 S. 1842/43 GS
Schrifttexterklärungen 196 Seiten 1843 Ste
Die Jugend Jesu 552 Seiten 1843/44 JJ
Der Laodizenerbrief
des Apostels Paulus
28 Seiten 1844 Lao
Der Briefwechsel Jesu
mit König Abgarus
64 Seiten 1845/46 BJ
Die Erde 224 Seiten 1846/47 Er
Jenseits der Schwelle 128 Seiten 1847 JS
Bischof Martin 496 Seiten 1847/48 BM
Robert Blum 2 Bände / 973 S. 1848/51 RB
Die drei Tage im Tempel
(Dreitagesszene)
158 Seiten 1859/60 DTT
Das große Evangelium Johannes 10 Bde / 5323 S. 1851-1864 GEJ
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Stimmen aus kirchlichen Kreisen

Das Lorber-Schrifttum mit seinen 25 zum Teil sehr umfangreichen Bänden hat bereits eine Auflage von über einer Million Exemplaren erreicht und wird heute in viele Sprachen übersetzt. Hatte man es früher in kirchlichen Kreisen kaum beachtet oder direkt abgelehnt, so setzten sich in den letzten Jahren immer mehr Geistliche ernsthaft damit auseinander; ja, manche von ihnen zeigten sich aufs äußerste beeindruckt.

So schrieb zum Beispiel der evangelische Theologe D. Dr. Kurt Hutten: „Dieses Weltbild hat Tiefe und Kraft, umfaßt alle Ebenen des menschlichen Seins und der Geschichte, enthält großartige Vorstellungen wie die des großen Schöpfungsmenschen und hat in erstaunlicher Weise moderne Forschungsergebnisse vorweggenommen, so z.B. die in der Atomphysik erfolgte Auflösung der Materie in Energie und Bewegung. In einer Zeit, in der sich die Dimensionen des Universums durch die Astronomie ins Unermeßliche geweitet haben, unsere Erde als ein winziges, belangloses Stäubchen erkannt worden ist, das im Reigen der Sonnen und Milchstraßen verloren umhertreibt, und der Mensch sich in einer frierenden Einsamkeit und Verlorenheit vorfindet, kann das Weltbild Lorbers eine große Hilfe sein, … es gibt der Erde samt ihrer Geschichte und Heilsgeschichte ihre Würde wieder, verleiht dem Glauben eine kosmische Weite, verwebt Diesseits und Jenseits, Mikrokosmos und Makrokosmos ineinander, preist die alle Schöpfung durchwaltende Liebe Gotes und weist mit alledem den Menschen einen Weg zur Geborgenheit.“

Der katholische Theologe Robert Ernst: „… 25 Bände hat Jakob Lorber in 24 Jahren geschrieben. Ein Monumentalwerk, das über das Fassungs- und Schaffensvermögen des genialsten Philosophen, Theologen und Schriftstellers hinausgeht.“

Der evangelische Theologe Hellmut von Schweinitz: „Das Phänomen Lorber mit der Deutung der Tiefenpsychologie abzutun, ist keine überzeugende Erklärung. Denn was in seinen Schriften an die Oberfläche des Bewußtseins tritt, sind Erkenntnisse, die aus der Sphäre seines beschränkten menschlichen Wissens nicht stammen können. Zu ihrer Aneignung würde ein Menschenleben nicht ausreichen und alle schöpferische Phantasie nicht genügen … Genausowenig kann das Lebenswerk Lorbers durch philosophische oder theologische Spekulation erklärt werden. Es bleibt bei ihm wie bei allen prophetischen Phänomenen ein unerklärbarer Rest …“

Bei der Untersuchung der Frage, wie Neuoffenbarung und Altoffenbarung zusammenstimmen, stellt der evangelische Pfarrer Hermann Luger fest: „Beide stehen auf demselben göttlichen Grund. Lorbers Schriften atmen durchaus biblischen Geist. Nicht nur der Inhalt seiner beiden Hauptwerke ,Das große Evangelium Johannes‘ und ,Die Haushaltung Gottes‘ ist ein biblischer, auch seine anderen Werke sind kernbiblisch. Viele Aussprüche und Reden des Herrn im Großen Evangelium Johannes könnten geradesogut in einem der vier biblischen Evangelien stehen. Daß sich bei Lorber vieles findet, was in der Bibel, besonders in den vier Evangelien, vollständig fehlt – wie zum Beispiel die Reden des Herrn über die Himmelskörper und die Geheimnisse der Schöpfung –, braucht uns nicht wunderzunehmen und beweist nichts gegen den biblischen Charakter der Neuoffenbarung. Es ist nur verständlich, daß Jesus in den drei Jahren seiner öffentlichen Tätigkeit viel mehr geredet und getan haben muß, als in den Evangelien der Schrift erzählt wird; und wir glauben daher ein Recht zu haben, in der Neuoffenbarung geradesogut Gottes Wort zu sehen wie in der Bibel. Bibel und Neuoffenbarung sind für uns zwei gleichberechtigte Erscheinungen, die ein und demselben Urgrund entspringen und von denen die eine durch die andere erst recht an Wert und Bedeutung gewinnt.“ (Lorber-Verlag)

 

 

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10 Hauptpunkte Jakob Lorber

1. WELTGRUND

Nach Lorber gibt es keinen Stoff im Sinne des Materialismus. Alles ist Energie, nämlich Gottes- oder Geisteskraft, zergliedert in allerkleinste Urgrundteilchen (Urlebensfunken). Auch das lange Zeit als kleinste Einheit betrachtete Stoffatom ist ein aus zahllosen Grundteilchen bestehendes lebendiges Universum in kleinstem Maßstab. (Man vergleiche dazu die neuesten Erkenntnisse der Kernphysik!) Aus den Urgrundteilchen (heute Elektronen oder Quanten genannt) – die nichts anderes als selbständig gemachte Gedankenkräfte Gottes sind – ist das ganze Weltall in planmäßiger Entwicklung aufgebaut.

 

2. DAS WESEN GOTTES

Gott ist ewiger, unendlicher Geist, die Urkraft und der Urgrund alles Seins. Seine höchsten Attribute sind Liebe, Weisheit und Willensmacht. Sein Heiliger Geist erfüllt das ganze All (die „Weltseele“ der antiken Religionen). Allein, dieser unendliche Allgeist hat als Innerstes ein Machtzentrum, von dem wie aus einer Sonne Gedanken und Willenskräfte in die Schöpfung hinausströmen, um nach einem großen Lebensvollendungskreis wieder zurückzukehren. In diesem Urmachtzentrum ist Gott wesenhaft gestaltet, und zwar in der höchsten aller Lebensformen: als vollkommener Geistes-Urmensch. („Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“!) Von diesem Urmachtzentrum aus ist der Gottesgeist ewig schöpferisch tätig. Die ganze Schöpfung ist ein gewaltiger Entwicklungs- und Vervollkommnungsvorgang der göttlichen Gedanken und Ideen. Er vollzieht sich in ungeheuren, durch Ruhezeiten geschiedenen Perioden („Schöpfungstagen“, „von Ewigkeit zu Ewigkeit“).

 

3. DIE GEISTIGE URSCHÖPFUNG

Der uns sichtbaren stofflichen Schöpfung gingen geistige Urschöpfungen voraus. In diesen hat Gott aus den gleichsam aus sich hinausgestellten Urlebensfunken große Geistwesen nach seinem Urbilde geschaffen (Urerzengel), die befähigt waren, weitere Geistwesen ihresgleichen aus sich ins Dasein zu rufen. So entstanden Legionen von großen Geistwesen (Engeln), die sich durch das Ordnungsgebot der Gottes- und Bruderliebe zur gottähnlichen Lebensvollendung erziehen lassen sollten. Ein Teil dieser Urwesen unter dem Hauptgeiste Satana (Luzifer) verfiel aber kraft seines freien Willens in grenzenlose Eigenliebe und Selbstherrlichkeit. Da jedoch nach ewiger Ordnung den Gottabtrünnigen die nährenden Lebensströme aus Gott versiegen mußten, so erstarrten sie gleichsam und verdichteten sich zu hilflosen Massen. So entstanden im Schöpfungsraum durch Verdichtung geistig-ätherischer Urwesenheiten (Materialisation) die Urnebel der Materie oder des Weltstoffes.

 

4. DIE STOFFLICH-MATERIELLE SCHÖPFUNG

Sollten die gefallenen Urwesen ewig im Banne ihres Gerichtes verbleiben oder doch noch zur Vollendung in Gottes heiliger Lebensordnung rückgeführt werden? Die göttliche Liebe erbarmte sich der gefallenen Geisterwelt: Mit Hilfe der treugebliebenen Engelsgeister entwickelte der Schöpfer aus den Urnebeln des Weltenstoffs durch Gliederung und Neubelebung den – in seiner Gesamtheit den „verlorenen Sohn“ darstellenden – Bau des materiellen Universums. (Kant-Laplace’sche Weltentstehungslehre geistig begründet!) Damit leitete Gott auf all den zahllosen Weltsystemen und Weltkörpern eine Erlösung (Lösung) der in der Materie gebundenen Urwesen ein.

 

5. ZWECK DES NATURLEBENS

Auf allen Gestirnen werden durch das göttliche Walten die erstarrten Weltstoffmassen mehr und mehr gelockert. Die sich lösenden luziferischen Lebensfunken werden nach Gottes liebeweisem Heilsplan in den Reichen der Naturwelt von den Engeln, den Dienern des Schöpfers, in immer neue geistige Läuterungsschulen gebracht. Dies, indem sie – zu stets reicheren Verbänden oder „Seelen“ vereinigt – in immer höheren Lebensformen stufenweise durch das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich emporgeführt werden. (Darwins Entwicklungslehre in allumfassender geistiger Sicht!) Auf diesem geistig-leiblichen Entwicklungsweg werden die „Naturseelen“ im Bau und Gebrauch ihrer jeweiligen Lebenshüllen (alle Gebilde der drei Naturreiche) angeleitet. Sie beginnen damit, ihre widergöttliche Selbstsucht nach und nach zu überwinden und sich zur himmlischen Ordnung des Dienens in gegenseitiger Liebe zu bekehren. (Aufbau gemeinsamer Verbände, Organismen.) So predigt auch das Evangelium die „Erlösung aller Kreatur“ durch die Macht der Liebe.

 

6. DER MENSCH – ENDZIEL DIESER ENTWICKLUNG

Die auf diese Weise aus der luziferischen Materie aufgestiegene Menschenseele soll – unter dem Einfluß eines ihr eingehauchten Gottesgeist- oder Liebefunkens – sich nun im irdischen Leben bewähren. Durch freiwillige Erfüllung der Liebesgebote Gottes soll sich der Mensch immer höher bis zur wahren Gotteskindschaft entwickeln, um schließlich am Ziel der Vollendung zur wahren Freiheit und Seligkeit des ewigen Lebens einzugehen.

 

7. DIE WESENHEIT JESU CHRISTI

Als die Schöpfung so weit gereift war, um die höchste Enthüllung der göttlichen Liebe – die Gottheit als „Vater“ – zu fassen, wählte Gott unsere äußerlich so unscheinbare Erde zur größten Liebetat seiner Erbarmung aus. Hier, wo der innerste Geistkern Luzifers gebannt gehalten wird, hüllte Gott sein geistmenschliches Urmachtzentrum ins Gewand der Materie. („Und das Wort ward Fleisch.“) In Jesus Christus trat Gott selbst ins Menschenreich, um dieses und alle Geister der Unendlichkeit zu belehren. Als höchstes Zeugnis der Liebe zog Er selbst das Kleid der Materie an, um die Gefallenen aus ihrem Gericht zu erlösen und die Geläuterten wieder ins Vaterhaus zurückzuführen. (Gleichnis vom verlorenen Sohn.) Jesu Geist, das heilige Urmachtzentrum Gottes, ist der „Vater“. Jesu Seele (und Leib), d.h. sein Menschliches, ist der vom Vater geschaffene „Sohn“. Die in die Unendlichkeit ausstrahlenden Gotteskräfte, ausgehend vom Vater durch den Sohn, sind der „Heilige Geist“. Und so sind in Christus vereint Vater, Sohn und Hl.Geist (Lösung der Dreieinigkeitsfrage!). Jesus: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“, und „Ich und der Vater sind eins!“

 

8. HEILSWEG ZUR GEISTIGEN WIEDERGEBURT

Als einzigen, zu Vollendung und ewigem Leben in Gott führenden Heilsweg lehrte Jesus das Grundgesetz der ganzen Schöpfung: „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Weder äußerliche Werkgerechtigkeit (Sakramentenempfang) noch äußerliche Glaubensgerechtigkeit (Bekenntnisglaube) genügen; sie sind bestenfalls Hilfsmittel für den Heilsweg der reinen, tatkräftigen Liebe, dem Urgrund alles Seins. Ist im Menschen mit Hilfe des Gottesgeistes die reine Himmelsliebe zum unbeschränkten Herrscher geworden, dann ist der Mensch dem Gericht der Materie entronnen und hat die geistige Wiedergeburt erreicht. Mit dem ihr eingepflanzten Gottesgeist völlig verbunden, vermag die geläuterte Seele sodann zu einem wahren Gotteskind zu werden, „eins“ mit ihrem Schöpfer und himmlischen Vater und ewig teilhabend an der Fülle seiner göttlichen Lebens- und Wirkungskräfte.

 

9. DIE FORTENTWICKLUNG IM JENSEITS

Die meisten Erdenmenschen treten nach ihrem Leibestod noch unvollendet in die feinstofflichen Jenseitssphären ein. Ihnen bietet die göttliche Liebe drüben neue Schulungsstätten, um schließlich alle – wenn auch oftmals auf weit schwierigeren und peinvolleren Wegen – doch noch zur Vollendung zu führen. Denn der göttliche Plan einer allgemeinen Erlösung kennt keine ewige Verdammnis! Um das Endziel zu erreichen, gelangen die noch unreif aus dem Leben scheidenden Seelen im „Jenseits“, d. h. in der irdisch unsichtbaren geistigen Welt zunächst in eine Art Traumleben. Hier wird ihnen zu ihrer Belehrung ein von ihren Schutzmächten geleitetes innergeistiges Schauen und Erleben zuteil, das je nach ihrer guten oder bösen Gesinnung ein paradiesisch-wonnevolles oder höllisch-qualvolles Empfinden hervorruft. „Himmel und Hölle“ sind somit keine Örtlichkeiten, sondern geistige Entwicklungszustände der Seele. – Stark selbstische, erdgebundene Seelen werden auch durch Wiedereinzeugung (Reinkarnation) auf anderen stofflichen Welen oder zuweilen auch auf unserem Erdplaneten weitergeschult.

 

10. AM ZIEL DER VOLLENDUNG

Seelen, die sich auf Erden oder in der jenseitigen Welt zur reinen Gottes- und Nächstenliebe läutern ließen, gelangen zu stets neuer und beseligender Wirklichkeit. Ihre geistige Schau und Wirkungsmacht erweitert sich in den dreifach gestuften Himmeln, entsprechend der Reinheit und Stärke ihrer Liebe. Die endloser Steigerung fähige Seligkeit der Vollendeten besteht in immer tieferer Erkenntnis Gottes, immer größerer Liebe zu Ihm und all seinen Geschöpfen, sowie in stets wirkungsreicherer Mittätigkeit am hohen Werk der Schöpfung als der Offenbarung alles Seins und Lebens. –

Schon diese kurzen Andeutungen lassen erkennen, daß bei Lorber eine geistige Religion von größter Weite, Einheitlichkeit und Folgerichtigkeit vorliegt. Sie vermittelt eine erhabene Lebenslehre reinster Liebe und höchster Tatkraft, in der die Gottheit, der Vater in Jesus, den Grundstein bildet. Die ganze Fülle und Vielseitigkeit der Lehre eröffnet freilich erst das eingehende Studium der Lorberwerke. Diese bieten gerade das, worum die besten Geister unserer Generation zutiefst ringen: eine Synthese zu finden zwischen der Heilandslehre der Bibel und dem Entwicklungsgedanken der Wissenschaft. Daraus ergibt sich ein übereinstimmendes, an kein konfessionelles Bekenntnis gebundenes Christentum, das durch seinen Ethos der Liebe und die Tiefe seiner Erkenntnis alle Menschen zu einer hochgesinnten Geistes- und Lebensgemeinschaft zu einen vermag.

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